Wohin mit dem Selleriegrün? Tipp aus der SOLAWI Kistenküche.

Selleriepaste für Soßen

Ich muss zugeben: Selleriegrün ist nicht das Gemüse, das ich so beim Fernsehen weg-snacke. Ich bin ja kein Hase. Und meine Kinder… frag nicht! Über das erste Selleriegrün hat sich das Baierbrunner Dammwild gefreut. Aber als das zweite Mal Selleriegrün in der SOLAWI-Kiste wartete, hab ich doch lieber mal recherchiert. Hier ist, was ich damit angestellt hab:

Selleriestängel einfrieren

Gerade, weil Sellerie nicht so unser „Ding“ ist, hab ich es logischerweise nie da, wenn ich es doch mal brauchen könnte. Sellerie gibt nämlich Soßen und Suppen einen feinen Geschmack, da wär’s doch ganz gut, Sellerie zum Mitkochen griffbereit zu haben und, ob der besonders gelungenen Speise, als Küchengöttin verehrt zu werden. Deswegen Selleriegrün waschen, abtupfen und die Stängel klein schneiden. Ab damit in eine Dose und in den Eisschrank. Genial einfach.

Selleriegrün kleingeschnitten – die Stängel wandern in den Eisschrank, um bei Bedarf für Soßen und Suppen zum Einsatz zu kommen.

Sellerie-Paste für Suppen, Soßen und Dips

Die restlichen Stängel und Blätter wanderten in unseren Mixer. Rund 200 Gramm Grünzeug habe ich mit 20 Gramm Salz und 150 Gramm Rapsöl fein püriert. Das Ergebnis wanderte in ein heiß gespültes Glas mit Schraubverschluss. Bedeckt mit etwas weiterem Öl wartet die Paste jetzt im Kühlschrank geduldig auf seinen Einsatz für Soßen, Salatsoßen, Suppen oder als Dip mit Frischkäse oder saurer Sahne.

Nie wieder „gekörnte Brühe“ kaufen

Übrigens. Ähnlich verfahre ich mit Suppengrünresten, aus denen ich eigene Brühenpaste herstelle:

  • Lauch
  • Sellerie
  • Selleriegrün
  • Karotten
  • Zwiebel
  • Kräuter, z.B. Maggikraut, Petersilie
  • dazu ein Viertel Salz

Die Gemüsemischung kommt grob geschnitten mit Salz (ein Teil Salz, drei Teile Gemüse) in den Mixer. Alles zu einer Paste pürieren et voilà: Suppenpaste. Auch diese Mischung wird durch den hohen Salzanteil länger haltbar und bleibt im Kühlschrank über Monate gut. Damit lassen sich Brühen, Suppen, Dipps, Salatsoßen, Soßen und so weiter würzen.

Ich wünsche Euch viel Kreativität in der Küche und gutes Gelingen allen Küchengött*innen.

Hast Du auch Tipps, Tricks oder unwiderstehliche Rezepte? Her damit! Angemeldet in die Kommentare oder per E-mail!

Zwiebeln trocknen, Gemüse dörren – die SOLAWI Kistenküche

Zwiebeln trocknen

Zuletzt gab es einen Haufen Zwiebeln in den Abholstationen, die teilweise noch nicht fertig getrocknet waren. Aus diesem Anlass ein paar Tipps, wie ihr die Zwiebeln richtig trocknet, so dass sie sich möglichst lang halten. Wer dann so richtig drin im Thema ist, kann noch die ein oder anderen Gemüse dörren und so gesunde Snacks, Chips, Müsliriegel oder Rohkost-Zutaten für Brot oder Soßen zaubern.

Die frischen Zwiebeln für die Lagerung trocknen

Die geernteten Zwiebeln wurden durch die SOLAWI bereits einige Tage an der Luft getrocknet, so dass sich die äußere Schale aushärtet. Das Zwiebelgrün ist aber teilweise noch feucht. Lasst die Zwiebeln an einem schattigen, luftigen Ort lose z.B. in einer Kiste gelagert nachtrocknen. Achtung: wenn die Zwiebeln zu warm lagern, können die äußeren Schalen aufplatzen.
Ist das Laub ganz trocken, könnt ihr Wurzelreste und lose Schalen entfernen. Bei der möglichen mehrmonatigen Lagerung auf gute Luftzirkulation achten und immer wieder faulende Stellen oder austreibende Zwiebeln kontrollieren.

Gemüse haltbar machen durch Dörren

Beim Trocknen bzw. Dörren wird dem Gemüse Feuchtigkeit entzogen. Durch schonendes Erwärmen der Gemüseschnitze entweicht das enthaltene Wasser als Wasserdampf, Nährstoffe bleiben so erhalten. Damit werden auch vielen Schimmelpilzen oder Bakterien die Lebensgrundlage entzogen – und Zack: Lebensmittel ist länger haltbar. Hier ein Überblick über die einzelnen Dörrmethoden:

Getrocknete Rote Beete von der Solawi, Ananas aus dem Laden, Rosinen und Tee aus dem Garten. Bildrechte: Angie

Dörren an der freien Luft
In wärmeren Ländern oder an sehr heißen Sommertagen lässt sich Dörrgut auffädeln und an der Sonne trocknen. Leider greift die UV-Strahlung einige Nährstoffe an und hungrige Insekten werden angelockt. Gut funktioniert es auch, wenn ihr die Kräuter aus dem Garten wie Thymian, Rosmarin oder Minze nun großzügig erntet, zu sträußen zusammenbindet und luftig ins Zimmer hängt. So trocknen die Kräuter für Tee oder lassen sich als trockne Gewürze nutzen.

Trocknen im Backofen
Im Backofen werden die Gemüsescheiben auf einem Blech oder noch besser einem Gitter verteilt (nicht überlappen lassen!) und bei ca. 40 Grad Celsius Umluft mehrere Stunden (je nach Dörrgut und Dicke der Scheiben) getrocknet. Probiert es auch gern nur mit der Beleuchtung zu erwärmen und einen Holzlöffel in die Ofentür zu klemmen, um die feuchte Luft entweichen zu lassen. Gemüse wie Grünkohl oder rote Beete lassen sich mit etwas Öl und Gewürzen bei 130 Grad Umluft, in ca. 20-40 Minuten (regelmäßig kontrollieren!) im Ofen zu Chips verarbeiten. Nachteil im Ofen ist ein hoher Energieverbrauch und ungleichmäßiges Trocknen, wenn das Dörrgut auf dem Blech liegt.

Trocknen im Dörrautomat
Wer auf den Geschmack gekommen ist, holt sich vielleicht ein Dörrgerät, in dem bei sehr geringer Temperatur oder mit Infrarot-Strahlen, also sehr schonend getrocknet wird. Außerdem sind diese so konstruiert, dass von allen Seiten getrocknet wird und bei möglichst geringem Energieaufwand.

Aufbewahrung
Das Dörrgut nach dem Trocknen unbedingt abkühlen lassen. Frisch schmeckt es natürlich am besten und ist ggf. sogar knackig. Doch in luftdichten Behältern, eher kühl und dunkel gelagert, lassen sich gut getrocknete Lebensmittel relativ lang aufbewahren.

Hast Du spannende Rezepte zum Dörren gefunden? Empfiehlst Du Dein Dörrgerät oder willst es Deinen Nachbarn ausleihen? Teile Deine Erfahrungen gern in den Kommentaren oder in Deiner örtlichen SOLAWI-Signal-Gruppe. Oder schreib eine Mail an uns, wir geben deine Rezepte mit eigenen Fotos gern in Zukunft auf unserer Website weiter.

Bildrechte Zwiebeln: Eva Weigell

Heißes für die kalte Jahreszeit – die SOLAWI-Kistenküche

Brrr… es wird deutlich kühler und die Ernte muss eingeholt werden. Dein Ernteanteil ist vielleicht größer, als du ihn in einer Woche verspeisen kannst oder es gibt zusätzliches „Rettungsgemüse“, das nicht verkauft werden konnte. Eine Möglichkeit die frische Ware vorm Schlappmachen zu bewahren ist das Einkochen bzw. Einmachen. Bei schonender Behandlung bleiben viele der gesunden Inhaltsstoffe erhalten. Also ran an den Kochlöffel!

Einkochen? Einmachen? Einwecken?

Beim Einmachen wird das Gemüse oder Obst im Topf gekocht und noch heiß in Einmachgläser und Gläser mit Schraubverschluss eingefüllt und kurz auf den Kopf gestellt. Durch die abkühlende Luft entsteht ein Vakuum im Glas. Oft wird mit Gelierzucker z.B. für Marmeladen gearbeitet, was zusätzlich konserviert.

Beim Einkochen dagegen gibt es spezielle Einkochgläser, in denen die Ware mindestens eine halbe Stunde im Glas gekocht wird. Ist der Deckel danach noch ordentlich Geschlossen, ist das Werk in der Regel geglückt.

Einwecken ist nichts weiter als ein Synonym für Einkochen oder Einmachen. Dies kommt wohl vom Erfinder der „Weck“-Gläser.

Jetzt geht’s ans Eingemachte

Rote Beete einkochen

  • Rote Beete-Knollen ca. 30-40 Minuten garen und Schale anschließend entfernen.
  • Beete kleingeschnitten in sterilisierte Einmachgläser geben und mit einem heißen Sud übergießen.
  • Der Sud wird aus Wasser, Essig, Zucker, Salz und Gewürzen wie Kümmel, Senfkörner, Pfefferkörner, Chili, Lorbeerblättern und Nelken nach Geschmack gekocht. Der Essiganteil sollte mindestens 5% betragen, um konservierend zu wirken.
  • Die gut verschlossenen Gläser in einem Weckapparat (80 Grad, 30 Minuten) oder in einem Wasserbad im Ofen (200 Grad vorheizen und auf 130 Grad runter drehen, 30 Minuten) einkochen.
  • Die eingekochte Beete ist ca. ein Jahr haltbar.

Kürbis einkochen

Traditionell kocht man Kürbis süß-sauer ein, aber auch Kürbis-Chutneys und Kürbis-Marmeladen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Beim Einkochen werden die nach einem beliebigen Rezept zubereiteten Kürbissorten in Weckgläser oder Gefäße mit Schraubverschluss gefüllt und diese im Einkochtopf oder im Backofen (siehe oben) erhitzt.

Variante süß-sauer:

  • 1 mittelgroßer Kürbis
  • 100 ml Essigessenz, 25% Säure
  • 1 kg Zucker
  • 2,5 l Wasser
  • 4 Nelken
  • ½ TL Salz
  • ½ TL Zimt
  • Das Wasser mit den übrigen Zutaten zum Kochen bringen. Kürbis schälen und das Fruchtfleisch Würfel schneiden. Kürbiswürfel hinein in das kochende Wasser geben (sie müssen mit Wasser bedeckt sein). So lange auf kleiner Flamme kochen (in der Regel ca. 20 Min.), bis der Kürbis gar ist. – Dann den Kürbis mit der heißen Flüssigkeit in kleine vorbereitete Gläser umfüllen und mit einem Schraubdeckel verschließen und wie oben beschrieben entweder im Weckapparat oder im Backofen einkochen.
Bildrechte: Eva Weigell

Rezepte sind von mein-schoener-garten.de entnommen. Weitere Anregungen z.B. für Kürbis-Chutney oder Marmelade sind hier auch zu finden.

Die SOLAWI Isartal erinnert sich…

Im Gründungsjahr konnten wir bereits zweimal zeigen, dass die SOLAWI-Community das Solidaritätsprinzip aktiv lebt. Unsere Gärtnerin Iris und der Betriebsleiter in Weidenkam Robert suchten nach Lösungen für verhageltes Gemüse und Tomaten, die von der „Braunfäule“ nicht mehr so schön aussahen. „Wenn wir halt Leute hätten, die einkochen“ meinte Iris. Das war das Startsignal für euer Engagement! Etwa 180 kg Tomaten konnten durch private Einkochaktionen vor dem Komposthaufen gerettet werden. Weitere etwa 80 kg wurden von unserem SOLAWI-Kochteam inzwischen zu Tomatenpüree verarbeitet.

Vielleicht habt ihr ja Lust eine ähnliche Aktion ins Leben zu rufen? Lasst es uns wissen.

Bilderrechte Einkoch-Aktion: Karla Fürstenberg

Sommer im Glas – die SOLAWI-Kistenküche

Wohin mit den Früchten des Sommers? Was ihr nicht frisch verarbeiten und wegknabbern könnt, kann zum Beispiel ab ins Glas. Einlegen und fermentieren ist auch was für faule Hobbyköche. Außerdem kannst Du mit wenig Aufwand und kleinem Budget ein Zeichen gegen Verschwendung setzen, ein neues Hobby finden, leckere Rezepte ausprobieren, immer gesunde Snacks und selbstgemachte Geschenke/Mitbringsel zur Hand haben und Deinem Gemüse noch ein langes Leben bereiten.

Foto: Eva Weigell

Unsere Gärtnerin Iris schaut dieser Tage auf prächtige Kürbisse, satten Mangold, spitzen Kohl, knallige rote Bete … ein wunderschöner Sommer hat uns viel erntereifes Gemüse geschenkt und jede Menge fleißige Helfer sind jetzt gefragt, um die leckeren Ackerfrüchte zu ernten. Die Solawi-Kisten sind demnach weiterhin gut gefüllt. Genug Material, um das Einlegen und Fermentieren mal auszuprobieren!

Gehen da nicht alle Vitamine verloren?

Es ist nicht so, dass Dein Gemüse im Glas vor sich hin rottet und am Ende nur eine schwache Erinnerung vom Sommer zurück bleibt. Im Gegenteil: winzige „Fermentierchen“ (Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen und Pilze) toben sich ganz wunderbar lebendig aus und geben dem Gemüse neue Power. Mit fermentiertem Gemüse tust Du aktiv etwas für Deine Gesundheit.

  • Es ist gut verdaulich und Nährstoffe sind schneller für Dich verfügbar.
  • Es enthält wertvolle Enzyme und Vitamine.
  • Die Mikroorganismen und vielfältige Bakterienkulturen unterstützen eine gesunde Darmflora.

Loslegen mit dem Einlegen

Als Inspirationsquelle empfehlen wir z.B. die Sendung „Schmidt Max und der Sommer im Glas“ vom Bayerischen Fernsehen und deren zusammengestellten Infos und Rezepte. Danke an Sabine für den Tipp!

Wer gar nicht länger warten will, der kann mit einem sauberen Drahtbügelglas oder Marmeladenglas und kleingeschnippeltem Gemüse loslegen. Hier ein einfaches Rezept nach dem wunderbar mitreißenden Handbuch/Kochbuch „Magic Fermentation“ von Marcel Kruse und Geru Pulsinger (Löwenzahn-Verlag):

  • 1 kg geputztes Gemüse in Stifte schneiden.
  • 2-3 TL Pfefferkörner oder Kräuter nach Geschmack in geeignete Gefäße verteilen und das Gemüse eng oben drauf packen.
  • Langsam mit einer 2,5-prozentigen Salzlake (in einem Liter Wasser 25 g Salz auflösen) auffüllen, so dass noch ca. 4 cm Luft zum Glasrand bleiben (es bilden sich Gase, die Platz brauchen!).
  • Das fest verschlossene Glas ein paar Tage bei Zimmertemperatur dunkel aufbewahren, danach 3 Wochen an einem kühleren Ort lagern. Dann sind in der Regel Zucker und Stärke abgebaut und das Gemüse haltbar gemacht und können an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahrt werden.

Viel Spaß beim Ausprobieren. Wohl bekomm’s!

Fotos: Eva Weigell

Reisetipp auf’s Ackerland

Zum Auftakt der Sommerferien gibt uns Hans-Werner einen Urlaubs-Tipp der Besonderen Art. Es muss ja nicht immer Balkonien sein! Hans-Werner schreibt in seiner E-Mail, es sei ihm ein „Anliegen“, sein Erlebnis auf dem Acker mit uns zu teilen. „Es war so schön. So macht SOLAWI richtig Spaß.“

Vielen Dank, Hans-Werner, für deine spontane, mitteilsame Art! So macht SOLAWI wirklich Spaß. Wir hoffen, deine Begeisterung steckt noch viele weitere Mitglieder an und wir sehen uns bald öfter auf dem Acker oder anderen Arbeitskreisen.

Wer Lust hat regelmäßig oder auch nur ab und zu mitzumachen, findet im internen Bereich oder in den Kisteninfo-Mails die Ansprechpartner. Sagt uns worauf ihr Lust habt, oder ob wir euch bei Bedarf aktiv kontaktieren dürfen.

Ein Sommertag auf unserem Acker | von Hans-Werner

Als Mitglied des Arbeitskreis Anbau bin ich dem Mail-Aufruf von Iris vom Montag gefolgt und am Dienstag zum Acker raus gefahren. Die Anreise von Pullach – erstmals mit dem ÖPNV (!) -war schwieriger als erwartet, hatte doch das Gewitter in der Nacht die Bahnstrecke zwischen Schäftlarn und Wolfratshausen wieder einmal durch umgefallene Bäume lahm gelegt. Also Umsteigen in Schäftlarn auf den Schienenersatzverkehr. Mit dem MVV-Taxi kam ich so zwar komfortabel zum Bahnhof in Wolfratshausen, aber ich hatte um wenige Minuten den Bus nach Degerndorf verpasst und der nächste fuhr erst in zwei Stunden. Was tun? Iris auf dem Acker anrufen. „Soll ich Dich abholen?“, fragte sie gleich und mein Problem war gelöst.

Es nieselte ab und zu, aber das störte gar nicht. Ja, wir freuten uns über jeden Regentropfen, der unseren Pflanzen das Überleben sicherte. Da hatte das Gewitter in der Nacht ja viel gebracht und der ausgetrocknete Ackerboden hatte alles in sich aufgesogen. Ein Glück für uns, dass es in diesem heißen Sommer auch immer wieder mal regnet, damit nicht allzu viele der Jungpflanzen vertrocknen. Wir haben ja leider immer noch keinen Traktor, mit dem Iris Wasser zu den Pflanzen bringen könnte.

Auf der Fahrt luden wir in Weidenkams noch Nachschub an Salat- Kohlrabi- und Lauchpflanzen zu und auf dem Acker ging es dann gleich an die Arbeit. Die rührige Krisztina, die ich schon einige Male getroffen habe, war inzwischen angekommen und pflanzte bereits.

Blick über die Beete

Es kam dann auch noch Karin, die Mutter von Iris, zum Helfen dazu und das Pflanzen ging zügig voran. Krisztina und ich sollten die Jungpflanzen auf dem Beet in 4er Reihen in 25 bzw. 30 cm Abstand verteilen, während Iris und Karin pflanzten. Wir durften nicht bummeln, denn besonders Iris, war uns oft dicht auf den Fersen.

Die Arbeit machte Spaß, die Stimmung war gut und Temperatur erträglich. Ich war überrascht, wie schön schon alles gewachsen war: die Roten Bete, die Hokkaido-Kürbisse und die Buschbohnen. Weiter hinten: das Maisfeld, das nur noch einige Wochen brauchen wird, bis die dicken Maiskolben geerntet werden können. Und zwischendrin immer wieder mal ein Beet Blühpflanzen, nett anzuschauen und Nahrung für die Insekten.

Wie schön das Leben auch in 3-fach Krisenzeiten sein kann, wenn man einen Sommertag auf dem „eigenen“ Acker verbringt. Warum mit dem Flugzeug in die Ferne reisen mit all dem Stress und dem schlechten Gewissen wegen dem großen ökologischen Fußabdruck. Selbst die Hitze des Südens können wir inzwischen auch daheim „erleben“.

Und was für ein Gefühl, wenn man dann auch noch die Früchte selber ernten kann. Iris hatte überlegt, ob sie noch die Roten Bete für die Kisten am Mittwoch erntet, damit sie am Mittwoch nicht so früh aufstehen muss. Ich bot ihr meine Hilfe an und so füllte ich zum Schluss noch eine große Kiste mit Roten Bete. Ich hatte ja noch nie welche im Beet gesehen. Nun packte ich die Knollen und zog sie aus der Erde. Anders als Kartoffeln wachsen sie nicht komplett unter der Erde, sondern, wenn sie erntereif sind, steckt nur ihr unterster Teil mit den Wurzeln noch im Erdboden. Dass Iris für die Befüllung der 120 Kisten aber 8 volle Kisten Rote Bete braucht, hat sie erst später erwähnt. Na ja, sie macht das wahrscheinlich viel schneller als ich. Ich komme jedenfalls gern wieder.

Rechte Text und Bilder: Hans-Werner Thürk

Sommerfest des BUND Bad Tölz

Sommerfest des BUND Bad Tölz am Sonntag, den 17.07.2022, und mittendrin ein Stand der Solawi Isartal in einem gemeinsamen Pavillion mit dem ADFC Oberland.

Auf dem Jubiläumsommerfest des BUND Region Bad Tölz am letzten Sonntag repräsentierten Angie, Viviana, Estelle und Peter die Solawi Isartal bei strahlendem Sonnenschein von 10:30 Uhr bis 17:30 Uhr.

Die zahlreichen Besucher waren sehr aufgeschlossen und wollten alles über unsere Genossenschaft wissen. Wir hoffen, bald einige der Interessent*inen in unserer Genossenschaft aufnehmen zu können.

Für die Kinder gab es von Angie und ihrer Tochter Viviana selbstgebackenen Gemüsekuchen und Zucchini-Muffins zu probieren.

Am Abend rauchte allen Beteiligten der Kopf nach den vielen positiven Gesprächen mit Akteur*innen aus dem Umweltbereich und dem BUND Umfeld.

Ein anstrengender, aber sehr erfolgreicher Tag für die Solawi Isartal und für alle Beteiligten, wie wir finden.

Vielen Dank an den BUND für die Einladung und die gute Organisation. Jederzeit wieder!

Fotorechte: Peter Tilmann

Mach mit! | So kommt das Gemüse in die Kiste

Unsere Solawi lebt und funktioniert in der Gemeinschaft. Viele Hände packen an und ziehen an einem Strang. Eine der wichtigsten Hände, damit die Ernte jede Woche auf aktuell 120 Gemüsekisten geteilt wird, haben die Packer*innen. Willst du auch an einem Mittwoch Nachmittag dabei sein und fragst dich schon länger, wie das abläuft? Hier teilt Hans-Werner seine Erfahrungen:

Pack ma’s in Weidenkam

„Wie sollen wir es schaffen, mit vier Leuten in zwei Stunden 120 Gemüsekisten zu bepacken und für den Transport herzurichten, fragte ich mich als ich zum ersten Mal in diesem Jahr am 16.5. zum Packtermin in die Schlossgärtnerei Weidenkams anrückte. Letztes Jahr hatten wir ja noch dieselbe Zeit gebraucht für nur 30 Kisten. Angie, die gute Seele aller Solawi-Packteams, beruhigte mich. „Das haben wir bisher immer geschafft“, sagte sie. Dann erfuhr ich auch noch, dass Iris an diesem Tag nicht dabei war.

Aber Angie schien alles im Griff zu haben. Schnell und präzise kamen ihre Kommandos. Ich fing also mit dem Aufklappen der 120 Kisten an. Bald herrschte im Packraum etwas Platznot. Renate und Krisztina hatten sich ihre Schürzen umgebunden und wogen fleißig die 120 100g-Portionen Kräutermischungen für die Grüne Soße ab. Weiter sollten noch in jede Kiste kommen: Endiviensalat, Rettich, Mangold, Karotten und Pastinaken.

Nach der ganzen Wiegerei wurde das „Fließband“ aus Biertischen eingerichtet, für jede Sorte eine Station. Ich übernahm die Rettich-Station, sollte also in jede Kiste, die von Krisztina und Renate zu mir weitergeschoben wurden, einen Rettich reinlegen und dann weiterschieben zu Angie als Endstation in Doppelfunktion:  zum Platzieren der plastikverpackten Kräutermischungen oben auf die Kisten und zur Endkontrolle, ob alles so stimmt.

Denn auch das Gehirn muss beim Verteilen von Rettich und Co beteiligt werden, damit es einigermaßen gerecht zugeht. Wir wollen ja das gesamte geerntete Gemüse auf die Kisten verteilen und nichts wegwerfen, nur weil es etwas von der Norm abweicht.

Natürlich haben wir ohne großen Stress es geschafft, alle Kisten bis 17 Uhr abholbereit zu stapeln, wie Angie vorhergesagt hatte.“

Kisteninhalt am 16.5.

  • 1 Endiviensalat
  • 100 g Grüne-Soße-Kräuter
  • 1 Rettich
  • 500 g bunten Mangold
  • 750 g Karotten ‚Purple Haze‘
  • 750 g Pastinaken

Starke Leistung Hans-Werner!

Danke an alle bisherigen fleißigen Packer*innen für die wöchtentlichen Vitamine.

So packst du mit an

Den Termin, wann du packen möchtest, suchst du dir ganz bequem selber aus. Den Link dazu findest du in der Wöchentlichen Kisteninfo-Mail oder im internen Bereich für Mitglieder.

Viele Fragen rund um das Packen werden auch auf unserer FAQ-Seite beantwortet. Oder du wendest dich direkt an Angie!

Wir freuen uns über neue Packer*innen 🙂

Bildrechte: Hans-Werner Türk

Veranstaltungstipp: Brotzeit, Kultur und Artenschutz

Nicht nur der Veranstalter ist einen Ausflug wert, auch und vor allem der wunderbare Veranstaltungsort in der Nähe von Königsdorf, die Jugendsiedlung Hochland Köngsdorf:

Jugendsiedlung Hochland (jugendsiedlung-hochland.de)

Dort lädt der BUND Naturschutz zu einer Infoveranstaltung unter dem Motto „Brotzeit, Kultur und Artenschutz“ ein und hat auch uns als SOLAWI Isartal gebeten, uns dort zu präsentieren:

„50 Jahre (genau: 52 Jahre) gibt es nun die BUND Naturschutz-Kreisgruppe Bad Tölz-Wolfratshausen.
Das wollen wir mit euch allen feiern. Unter dem Motto „Brotzeit, Kultur und Artenschutz“ haben wir ein gutgelauntes spannendes Programm für euch zusammengestellt.

WANN: Sonntag, den 17.7.2022 von 11 bis ca. 19 Uhr

WO: Jugendsiedlung Hochland Königsdorf, Rothmühle 1, 82549 Königsdorf, Sternenzelt und drumherum.
Was wird geboten?
Kulinarisches: Grillspezialitäten, Pizza, Vegetarisches, Kuchen, Eiswagen, Espressomobil…

Programm:

  • 11.00 Uhr: Podiumsdiskussion „3 Jahre nach dem Volksbegehren Artenschutz – alles gut?“.
  • Frühschoppen mit Musik von den „BirnBaumBuam“ und „Heini Zapf mit Trio Zapf“
  • 15:00 Uhr Dr. Döblingers geschmackvolles Kasperltheater (45 Minuten)

  • 19:30 Uhr Musikkabarett im Sternenzelt von „Hans Well & Wellbappn“
  • Ganztägige Angebote:

Markt der Möglichkeiten mit zahlreichen Infoständen für Natur- und Artenschutz, sowie mit
Anregungen fürs eigene achtsame und naturschützende Leben.

Umfangreiches Mitmach-Kinderprogramm mit Eselwanderungen (13:30 Uhr und 16:30 Uhr), den IsarRangern, Lagerfeuer, Action-Bound…“

Wir freuen uns auf euch!

Kiste PLUS bringt Gemüsenachwuchs in den eigenen Garten

Bei der SOLAWI Isartal gibt es nicht nicht nur die wöchtentlichen Gemüsekisten für Kisten-Mitglieder. Mit der „Kiste PLUS“ können auch Fördermitglieder je nach Angebot z.B. zusächtliches Gemüse oder Gemüsepflanzen zur Abholstation bestellen.

Petra hat sich die Tomatenpflanzen in den Garten geholt. Wie es ihr bisher erging?

„Inzwischen habe ich schon schöne (noch grüne ) Tomaten. Jetzt braucht es nur noch Sonne. Eingepflanzt habe ich sie in einen Topf mit Bio-Gemüseerde. Die Tomate steht schön sonnig unter einem Dach damit der Regen ihr nichts anhaben kann. Viel Wasser und einmal die Woche Bio-Tomatendünger.  Das ist es. Seit wir in Urlaub waren, sieht sie etwas traurig aus.“, schreibt Petra.

Das wird schon noch, Petra! Viel Erfolg weiter mit der Pflege und wir wünschen dir eine reiche und schmackhafte Ernte.

Eva hat sich die Gurkenpflanzen bringen lassen:

„Ich habe in der Vergangenheit öfter versucht Gurken selber zu ziehen, aber die Schnecken haben das immer vereitelt. Deswegen habe ich den Gurken-Pflänzchen aus der Kiste PLUS eine Chance gegeben. Ich war begeistert, denn die Pflanze war schon recht stattlich, wie man sieht. Eine habe ich im Topf, die andere im Beet. Beide klettern am selbstgebauten Bambus-Tippi hoch, bzw. werden von einer Schnur gehalten. Sie bekommen Sonne, viel Wasser und wenig Dünger. Die Ernte ist jetzt schon beträchtlich. Wir haben von beiden Pflanzen mehrere leckere, dicke Gurken geerntet und wir schauen weiteren Gürkchen beim Wachsen zu.“

Wir freuen uns mit unseren Solawisti und Hobby-Gärtnern über den reichen Ertrag und positive Gärtner-Erlebnisse. Es lohnt sich also für unsere Fördermitglieder in der Wöchentlichen Kisteninfo auf die Kiste PLUS zu schauen.

Presse-Fundstücke

Es wird über uns geredet. Genauer gesagt wird mit Iris geredet 😉

In diesem aktuellen Artikel lest ihr, was der Journalist bei der SOLAWI Isartal so exotisch findet und was Iris in ihrer „Experimentierphase“ so auf unserem Acker anstellt:

zum Interview in der SZ

Außerdem hat Hans-Werner uns auf den Artikel zum Thema Carbon Farming aufmerksam gemacht:

zum Artikel über Carbon Farming

„Ich denke wir sind mit unserer Solawi und unseren Plänen, was wir auf dem Acker machen wollen, auf dem richtigen Pfad. Ich fände es gut, wenn wir unsere Mitglieder -immer wieder einmal – entsprechend informieren würden. Das sind so Sachen, die in der Klima- und Biodiversitätskrise sehr sinnvoll sind und deshalb weiter Verbreitung finden sollten.“, sagt er. Finden wir auch, lieber Hans-Werner.

Wenn ihr weitere Hinweise auf interessante Themen oder Links auf Presseberichte über unsere SOLAWI Isartal habt, dann postet die gerne in unser Forum in die Plauderecke.

zur Plauderecke

Weitere Links findet ihr auch auf unserer Presseseite.