Die Tage werden länger, die Sonne gewinnt an Kraft – der Frühling ist da! Bei der solidarischen Landwirtschaft SOLAWI Isartal bedeutet das vor allem eines: Es geht wieder los! Die ersten Pflanztermine stehen an, und unsere Mitglieder freuen sich darauf, gemeinsam den Acker bei Münsing zu bestellen, zu säen und zu pflanzen.
Im April und Mai stehen bereits 8 Termine an!
Mit Hacke und Spaten ausgerüstet, geht es auf den Acker. Während fleißig gearbeitet wird, bleibt genug Zeit für den persönlichen Austausch – denn genau das macht unsere Gemeinschaft aus. Gemeinsam ackern, gemeinsam wachsen, gemeinsam genießen.
Ob erfahrener Gärtner oder neugieriger Neuling – jede helfende Hand ist willkommen! Die kommenden Wochen sind entscheidend für eine reiche Ernte im Sommer und Herbst. Wer Lust hat, sich aktiv einzubringen und Teil einer nachhaltigen, lokalen Landwirtschaft zu sein, kann sich gerne anschließen.
Alle aktuellen Pflanztermine findet ihr in unserem Pflanz-Kalender oder direkt in der internen Signal Gruppe des Arbeitskreis Acker. Packt eure Garten(hand)schuhe ein und kommt vorbei – wir freuen uns auf euch!
Der Sparkassen-Bürgerpreis der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen unterstützt, würdigt und honoriert ehrenamtliches Engagement. Aus 34 Bewerbungen wurde die SOLAWI Isartal als eine der vorbildlichen Projekte im Landkreis ausgewählt. Das Voting über Instagram entschied über den 8. Platz in der Gesamtwertung.
Insbesondere möchten wir mit diesem Preis unsere Mitglieder Dieter Siemens und Walter Kunert ehren
Als uns unsere Gärtnerin 2022 verließ standen wir mit 150 Ernte-Teilenden und 2,8 ha Ackerland da. Es hieß alles oder nichts. Dank Dieter und Walter (erfahrenen Rentner, ehemals Landwirt und Gärtner) haben wir alles geschafft. Ohne ihre Tatkraft, ihr Know-how und ihre Begeisterung wäre das Projekt SOLAWI Isartal gescheitert. Neben der enormen Leistung von Anbauplanung, Anbau und Ernte auf dem Acker verbinden wir viele wunderbare Momente mit Walter und Dieter, die fast immer auf dem Acker anzutreffen sind. Ohne ihr bis heute anhaltendes Engagement hätte die SOLAWI Isartal keine Chance gehabt ihre Ernte-Teiler zu beliefern und die Artenvielfaltprojekte auf dem Acker anzutreiben.
Die nie versiegende Neugierde und zugewandte Energie von Walter und Dieter sind echte Inspirationsquellen und Mutmacher, für die wir sehr dankbar sind.
Wir danken der Sparkasse für die Ehrung und gratulieren allen Mitstreiter*innen.
Ich bin Dieter, von Anfang an – seitdem wir den Acker bei Degerndorf gepachtet haben – aktives ehrenamtliches Mitglied in der Ackergruppe. Ich habe in den 70gern Agrarwissenschaften in Weihenstephan studiert, in den 80gern einen Bio-Bauernhof in Niederbayern bewirtschaftet und seit den 90gern mich anderweitig beruflich orientiert. Fast mein ganzes Leben hatte ich einen eigenen Gemüsegarten für den Eigenbedarf. Jetzt, als Rentner, finde ich große Freude, mich dem genossenschaftlichen Gemüsebau mit sehr angenehmen Mitarbeitern auf einem Acker in einer der schönsten Gegenden Deutschlands zuzuwenden. Mein Hauptinteresse liegt in dem Erforschen der Möglichkeiten, wie wir auch im Gemüsebau die Bodenbiologie bestmöglich unterstützen können, um gesunde und hochwertige Pflanzen zu erhalten. Dazu habe ich mich in den letzten 2 Jahren weiter fortgebildet.
Die Solawi halte ich für eine sehr gute Konstruktion. Ich wünsche mir, daß noch mehr Mitglieder das Potential unseres gemeinsamen Projektes erkennen und nutzen. Deshalb möchte ich hier ein kurzes Plädoyer für unsere SOLAWI halten:
Was machen wir?
Wir produzieren in Eigenregie regionales, frisches, gesundes, vielfältiges Bio-Gemüse direkt vor Ort für unseren eigenen Bedarf. Das ist wertvoll für uns und für die Natur.
Wir leisten einen Beitrag zur ökologischen Neuorientierung in der Gesellschaft.
Wir versuchen uns von der kapitalistischen Produktionsweise (Konkurrenzprinzip, Gewinnmaximierung um jeden Preis) und der industriellen Nahrungsmittelproduktion abzukoppeln und menschlichere und naturnahe Wege zu erforschen, indem wir eine Solidargemeinschaft gegründet und einen Eigenanbau begonnen haben.
Wir kooperieren mit einer wunderschönen Demeter-Gärtnerei (Weidenkam), durch welche wir vielfältige Unterstützung und hochwertiges Gewächshaus-Gemüse bekommen können.
Aber unsere SOLAWI hat noch mehr zu bieten:
Schritt für Schritt gestalten wir ein Stück Land hin zu einem wertvollen multidiversen Biotop. Ein Stück Land, das zu einem großen blühenden Garten werden kann, an dem sich jede(r) von uns erfreuen kann, bei dem jede(r) sich entsprechend seiner Wünsche und Fähigkeiten einbringen und mitgestalten kann. Und das Wichtigste dabei: Alles geschieht freiwillig. Hier können Bildungsprogramme angeboten werden, hier können Kinder spielerisch erfahren, wie ihre Nahrung angebaut wird, hier können Menschen sich ohne Leistungsdruck an den Arbeiten mit der Erde und den Pflanzen beteiligen, hier können sich Menschen mit ähnlichen Interessen (z.B. Freude an der Natur, gesunde Ernährung, Lebensfreude etc) treffen, sich austauschen, zusammen feiern. Vielleicht ist noch viel mehr möglich. Es ist unser Acker. Wir können ihn gestalten, wie wir wollen. Unserer Kreativität sollten keine Grenzen gesetzt sein. Z.B. könnt ihr zur Bereicherung und Verschönerung des Platzes gerne Ideen, euer Engagement oder auch einen finanziellen Beitrag (am Geld fehlt es leider oft) einbringen. Z.B. hat ja jemand vielleicht Lust, ein schönes Eingangstor zu gestalten? Oder vielleicht findet jemand einen Namen für unseren Acker-Garten? Vielleicht möchte jemand eine besondere Kultur auf einem Extra-Beet anbauen (wie gerade unser Tomaten-Experiment)? Vielleicht hat jemand Lust, bei der Instandhaltung und Wartung unserer Maschinen und Geräte mitzubasteln? Vielleicht möchte jemand eine Solaranlage auf das Hüttendach montieren, ein Staudenbeet anlegen oder eine Pergola installieren? Vielleicht möchte jemand sommerliche Grillabende oder Musik-Events organisieren…
Und ganz nebenbei: Unkrauthacken und -jäten und beim Pflanzen und Ernten mithelfen wird natürlich immer hoch geschätzt und mit Extra-Gemüse belohnt!
Leute, laßt euch von den vorhandenen Möglichkeiten inspirieren, spielt mit beim großen SOLAWI-Spiel! Die SOLAWI braucht euch!
Mit herzlichen Grüßen Dieter von der Ackergruppe
Anm. des Vorstands: Umsetzung der eingebrachten Ideen sind abhängig von Vorgaben und unseren Möglichkeiten, wie baurechtlichen Vorgaben, ökologischen Standards und anderem.
Freilandtomaten vom Acker, ganz ohne Gewächshaus? Ja wo gibt’s denn sowas?!
Willkommen beim saftigsten Abenteuer, seit es Tomaten gibt. Die Sortenvielfalt bei ist unheimlich groß. Und ja, es gibt Sorten, die gelten als robust und wenig anfällig für z.B. Braunfäule. In einer privaten Initiative von Cristina wagen wir den Versuch und entlassen Tomatenpflänzchen in die „freie Wildbahn“.
Ziel des Versuchs ist noch nicht die wöchentlichen Kisten mit Tomaten zu füllen. Wir werden zunächst sehen, welche Tomaten sich für den Ackerbau eignen. Die erntereifen Tomaten dürfen die Erntehelfenden, unsere Gärtner und nicht zuletzt unsere interessierten Besucher*innen naschen. Ganz nebenbei hoffen wir, dass die Tomatensorten und die Geschmacksvielfalt euch mit Begeisterung anstecken.
Verfolgt mit uns den Fortschritt und unsere Erfahrungen mit den Tomatenpflänzchen vom Samen bis zum Genuss.
Juni 2024: Schnecken, Regen und endlich Sommer
Zum 05. Juni haben wir bereits 9 Tomatenpflanzen ausgetauscht. Die Schnecken waren unbarmherzig, aber wir geben nicht auf.
Einige der Pflänzchen sind allerdings auch sehr gut angewachsen und sehen stark und robust aus. Wir freuen uns auf das weitere Gedeihen.
Inzwischen wurde jeder Tomate auch eine Bambusrute bzw. eine Tomatenstange gesponsert. Vielen lieben Dank an die Mitglieder, die sie spendiert haben!
Ein Seitenblick auf unser zweites Experiment: die willden Chilis, Paprikas und Physalis. Hier sieht die Schneckenplage nach den Regengüssen ähnlich aus, außerdem vertragen die Pflanzen wesentlich weniger die Kälte, der sie nach der Aufzucht im Gewächshaus ausgesetzt sind.
Dennoch entdecken wir Ende Juni erste Blüten und Früchte!
Mai 2024: Achtung! Wilde Tomaten!
Am 14.05. haben Cristina und Eva 21 Tomaten auf den Acker gepflanzt. Sie haben ihren Platz auf den Erdwällen um das Zelt herum gefunden.
Die Ackererde wurde hier bereits gedüngt bzw. kann nachgedüngt werden. Auf der Westseite ist es etwas windgeschützter. Hier stehen 10 Philamina-Tomaten (Open Source Saat). Dafür bekommen die Pflanzen im Osten bereits die Morgensonne. Hier haben Goldita, die Johannesbeer-Tomate und der „Black Prince“ (eigentlich keine wilde Tomate, sondern eine Fleischtomate, aber mal sehen, wie sie sich macht) ihren Platz gefunden.
Mit jeweils einem Steinkreis kenntlich gemacht und der Warnung (vor den wilden Tomaten) versehen, hoffen wir, dass keiner aus Versehen darüber stolpert.
Noch sind die Pflänzchen klein. Bald brauchen die Paradiesäpfel aber Stäbe zum klettern.
Anfangs werden die Tomaten noch gegossen, bis die Wurzeln richtig anwachsen. Dann werden die Tomaten nicht mehr verwöhnt, damit ihre Wurzeln sich das Wasser in tieferen Erdschichten suchen und so robust gegen Trockenheit werden. Nun beginnt allerdings auch der Kampf gegen die Schnecken. Drei der Philamina wurden bereits komplett aufgefressen. Cristina hat sie bereits ersetzt. Wir werfen weiter ein Auge drauf!
April 2024: Babypflanzen
Die Pflänzchen bilden weitere Blättchen. Es schaut gut aus!
Weniger angenehm der Wintereinbruch. Nach den sommerlichen Tagen im März schneit es tagelang! Die Tomaten ziehen um ins Wohnzimmer. Dabei fällt Cristina eine Trage mit Babypflanzen aus der Hand und die Sorten kommen durcheinander! Ein Albtraum für alle Hobbyzüchter. Cristina kommt sich vor wie eine Raben-Tomaten-Mama… Nicht so tragisch. Wenn sie groß sind, wissen wir wieder, welche Sorte es ist.
März 2024: die Sorten
Die Samen werden in die gute Anzuchterde gepflanzt. Jetzt heißt es warten. Und schon sprießen sie. Die gewählten Sorten sind:
Von Baumspenden, Kinderbeeten und emsigen Vorbereitungen. + Pflanztermine vormerken!
Das Frühlingserwachen ist deutlich zu spüren bei der SOLAWI Isartal. Bereits seit März wird der Acker emsig für die Pflanz-Saison vorbereitet. Hier ein Überblick, über das, was sich seither getan hat.
Bodenvorbereitung März und April
Die Grundbodenbearbeitungen sind seit April im vollen Gange. Mit dem kurzfristigen Einbruch des Sommers und Temperaturen von über 20 Grad Ende März waren die oberen Erdschichten ausreichend agetrocknet, so dass die Ackerflächen das erste Mal befahrbar und somit bearbeitbar, ohne Schäden wie Verdichtungen anzurichten. Die „Bodenpflege“ steht bei uns an erster Stelle, daher ist es uns besonders wichtig, so schonend wie möglich mit dem Boden umzugehen. Die trockene und warme Phase haben wir gut für die Beet-Vorbereitungen genutzt und die ersten Samen und Pflanzen sind im Boden. Lauchzwiebeln, Radieschen und diverse Kräuter sind dieses Jahr die Vorreiter auf dem Acker und werden, insofern das Wetter mitspielt, nach und nach mit einer bunten Vielfalt an leckerem und gesundem Gemüse ergänzt.
Die diesjährigen Anbauflächen waren für die dauerhafte Durchwurzelung über den Winter mit verschiedenen Gründüngungen eingesät. Erreichen will man damit, dass die Bodenorganismen eine Lebensgrundlage haben und über den Winter im Boden freigesetzte Nährstoffe wie Stickstoff durch die Gründüngungspflanzen gebunden werden. Bei dem jetzigen Einarbeiten des in unserem Fall Grünroggen werden diese Nährstoffe durch die Zersetzung des organischen Materials wieder frei und sind für unsere Gemüsepflanzen verfügbar. Gleichzeitig sind sie Futter für die im Boden vorkommenden Organismen wie Bakterien und Pilzmyzelien, die Helden unseres Ackers, die in ständiger Symbiose mit unseren Kulturpflanzen stehen und unter anderem Nährstoffe „austauschen“.
Neue Bäume!
Am 20. März 2024 rückte unser Obstbaum-Gärtner Oliver Braunhold mit kleinem Bagger an. Damit konnten 9 weitere Obstbäume gepflanzt werden:
2 x Kirsche: Schubacks Frühe Schwarze, Lucienkirsche,
1 x Ouillins Reneklode,
1 x Birne Madame Verté,
1 x Birne Herzogin Elsa,
1 x Hauszwetschge, 1 x Apfel Zabergäurenette
1 x Kirsche Frühe Rote Meckenheimer
Einige der Sorten sind Wildformen und unterscheiden sich von der Kulturform. Die Blätter der Bäume dienen als Futter für viele Schmetterlingsarten. Das Herbstlaub schützt zudem den Boden vor Erosion und Frost und fördert als Mulch und Kompost die Humusbildung.
Dank an die noblen Spender*innen: Dieter, Elvy, Eva B., und Heidi! Dank an Ella für die Koordination und besonders an Dieter für die Initiative!
Bild: Helmut
Bild: Eva
Hanami auf der Streuobstwiese
Wer noch einen Grund zum Feiern sucht, der wird im Frühling beim Hanami-Fest fündig. In Japan genießt man ein Picknick unter den blühenden Obstbäumen. Die kurze Blütezeit erinnert uns an die Vergänglichkeit des Lebens und, dass wir es genießen sollten.
Zugegeben, die Blütenpracht auf unserer Streuobstwiese in Schäftlarn muss man noch suchen und die Knospen auf dem Acker sind auch noch übersichtlich, aber Vorfreude ist die schönste Freude.
Erste Blüten auf dem Acker
Die Obstbäume auf der Streuobstwiese Ebenhausen-Schäftlarn wirken noch unscheinbar.
Neues „Ackerchen“
Im März hat eine Kindergruppe vom BUND Naturschutz und zwei Mitglieds-Kinder unseren Acker besucht und einen Kinder-Acker angelegt. Mehr zum Beet für Buddler und Experimentiererinnen gibt’s in diesem Bericht. (Bild: Eva W.)
Acker-Vorbereitung
Neuer Graben
Mit Hilfe eines kleinen Baggers und vielen Helfer*innen mit Schaufel und Spaten wurde im März um unser Zelt herum ein kleiner Graben realisiert. Der schützt den Boden im Zelt vor Überschwemmungen. (Bild Walter K.)
Neue Gründüngung
Das Kleegrasfeld wurde von den Mäusen etwas mitgenommen. Auf einem Teil des Feldes wurde daher mithilfe eines Vredo-Nachsaatgerätes Rotkleegras nachgesät. Die Maßnahme über den Maschinenring ist sinnvoll, damit ausreichend Mulchgras geerntet werden kann. Nun muss das Wetter sein übriges tun, damit die Saat gut aufgeht.
Zudem wurde ein Teil der Gründüngung bereits geerntet und kann bereits zu Heuballen gepresst werden. Diese Silage wird dann als Mulchmaterial verwendet.
Erste Radieserl sprießen
Hier muss man schon genau hinschauen. Aber die ersten angesäten Rasieserl schauen schon hervor. Hoffentlich wird’s ihnen die nächsten Tage nicht zu kalt.
So gut wie neu: die Bodenfräse
Die Bodenfräse ist runderneuert samt Messermontage. Danke an Bernhard und das gesamte Acker-Team, das das Reparaturprojekt so toll gepackt hat! (Bild: Walter K.)
Neue Pflanztermine im Mai
Für Mitglieder und interessierte bieten wir gemeinsame Pflanz-Tage an:
Frühlingsfest am 11.05.2024
Wilde Tomaten um den 15.05.2024
Pflanz in den Mai! Fruchtgemüse am 19.05.2024
Bitte informiert euch über die internen Signal-Gruppen!
Für Interessierte, die den Acker besuchen und mehr zur solidarischen Landwirtschaft erfahren möchten, haben wir öffentliche Acker-Führungen am
Auf dem SOLAWI Isartal Acker entsteht ein Kinder-Beet
Am 16. März 2024 haben die Baierbrunner Kinder der BUND Naturschutzgruppe Isarkieselchen (6-7 Jahre) den Frühling auf dem SOLAWI Isartal Acker begrüßt. Etwas bleibendes haben sie hinterlassen: denn mit Hilfe der Erwachsenen haben sie ein Kinder-Beet angelegt, das in Zukunft für die Feldversuche der Kinder dient. Die ersten Blumen wurden bereits ausgesät.
Eva und Christina haben die Planung und Umsetzung des Acker-Vormittags für die Kindergruppe übernommen. Nach dem gegenseitigen Kennenlernen haben sich die Kinder in einer Bewegungsmeditation in die Samen und Wurzeln eingefühlt, die im Boden überwintern. Musikalisch begleitet haben wir gespürt, wie die ersten Sonnenstrahlen alles wärmen und die Wurzeln, Blätter und Blüten sich in alle Richtungen strecken.
Danach schwärmten die Kinder aus und entdeckten den Acker. Die Reste einiger Kohlsorten waren noch zu finden, ein zerfressener Kohlrabi und die ein oder andere pfrenniggute Karotte. Außerdem glitzernde, farbige Steine. Die vielen Funde wurden zusammengetragen, den Farben zugeordnet und es gab einen lebendigen Austausch über das Wachsen, Vergehen und Entstehen von fruchtbarem Boden.
Jetzt war es aber Zeit für eine Brotzeit. Frisch gestärkt durften die Kinder endlich ihre mitgebrachten Schaufeln nutzen. Neben der Gerätehütte war ein Kinder-Beet abgesteckt. Die Erwachsenen lockerten die Grasnarbe und die Kinder durften nach Herzenslust buddeln. So viele Regenwürmer, Larven und Krabbeltiere wurden entdeckt. Manche davon konnten in Becherlupen genauer betrachtet werden. Andere Fundstücke wanderten auf eine Plane. Das kleine Ackerchen wurde von den stärksten mit großen Steinen vom Lesesteinhaufen umrandet.
Auf diesem ca. 3×5 m große „Ackerchen“ können die Kinder nach Herzenslust buddeln, entdecken und Pflanzexperimente machen.
Zum Abschluss untersuchten wir noch Samenkörner von verschiedenen Blumen. Eifrig wurden diese dann zum umgegrabenen Teil des Beetes getragen und sorgsam verbuddelt.
Wir freuen uns schon sehr auf das erste Keimen bis hin zu den duftenden, bunten Blüten. Danke an die interessierten und tatkräftigen Kinder der Isarkieselchen! Und natürlich laden wir alle Kinder der SOLAWI Isartal und unsere Gäste dazu ein, sich dem Boden im Kinderbeet spielerisch zu nähern.
Wer den Acker und das Ackerchen kennenlernen möchte, eine individuelle Tour buchen oder sich gern beteiligen oder Material spenden möchte, kann sich melden unter oeko-bildung@solawi-isartal.de
Persönlicher Bericht über das ehrenamtliche Engagement bei der SOLAWI Isartal und wie daraus ein Projekt wurde.
Im Februar hatte der Kindergarten meines Sohnes den Übergang vom Thema „Nachhaltigkeit“ zu „Wo kommt unser Essen her?“. Nichts liegt näher, als dass die SOLAWI hier vom Anbau in Münsing erzählt. Also brachte ich den Kindern eine SOLAWI-Gemüsekiste mit, ein paar Postkarten vom Acker, violette Karotten zum knabbern und ein großes Plakat zum Bodenleben in einem gesunden Boden.
Besuch beim KindergartenDas Bodenleben-Plakat
Ich mache bei der SOLAWI normalerweise die Öffentlichkeitsarbeit, aber immer öfter besuche ich Schulen, Kindergärten oder veranstalte Aktionstage zum ökologischen Gemüseanbau. Und das kam so.
Das ganze musst du dir so vorstellen: ich bin selber total begeistert, was ich als Mitglied der SOLAWI Isartal alles lerne: nachhaltiger Anbau, was im Boden lebt und wozu das gut ist, aus was die Erde besteht, was die Gärtner und Landwirte alles bedenken und berücksichtigen. Die Verbindung von meinem täglichen Essen und einem ökologischen Handeln leuchtet mir sofort ein. Dass es möglich ist, ein ökologisches Gleichgewicht beim Gemüseanbau zu erzeugen, möchte ich sofort allen mitteilen.
Aus der eigenen Begeisterung für die solidarische Landwirtschaft heraus, fange ich an, Ackerrallyes und Material zu entwerfen und gehe damit in Schulklassen und hole Kindergruppen auf den Acker. Das Engagement macht Spaß und trägt das Anliegen der Solawi effizient weiter. Die Nachfrage steigt – sowohl bei der Solawi, als auch bei Bildungseinrichtungen, aber die Kapazität für mein ehrenamtliches Engagement ist ausgeschöpft.
Dank Förderung wird die Bildungsarbeit zu einem Projekt
Aus eigenen Mitteln kann die SOLAWI die pädagogische Arbeit nicht bezahlen. Über den Verein Bürgerkraft Isartal gelingt es uns, eine Förderung für die Bildungsarbeit der SOLAWI Isartal zu erhalten. Die Förderung deckt ein gewisses Stundenkontingent für die Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung und pädagogische Inhalte ab.
Meine Aufgabe ist jetzt ein neues Bildungsangebot der SOLAWI Isartal zu etablieren und erste Projekte zur Umsetzung zu bringen. Die tiefe Vernetzung in der Genossenschaft, mein didaktisches Zusatzstudium und meine Arbeit für Kindergruppen und an Schulen sind ideale Bedingungen, qualitativ hochwertige Wissensbegleitung auf die Beine zu stellen. Aber auch Ackerführungen für Erwachsene, Bodenanalysen, eine Vogelbeobachtung und kulturelle Angebote werden 2023 von der SOLAWI Isartal realisiert.
Bildungsprojekte fördern, konzipieren, umsetzen und etablieren
Ehrenamt fördern: Meine ersten Besuche an der Schule, Kindergarten und mit Kindergruppen auf dem Acker werden in der Genossenschaft kommuniziert und ehrenamtliche Mitstreiter*innen gesucht. Das ermöglicht den Mitgliedern weitere Felder in der Genossenschaft mitzumachen. Werbung und Vernetzung: Die Kommunikation nach außen wirbt für das neue Angebot der SOLAWI Isartal. Die Webseite, Newsletter und Flyer erregen Aufmerksamkeit und erhöht die Chancen, weitere Mitglieder zu gewinnen. Auch die Suche nach Kooperationen trägt den Ruf der SOLAWI weiter und baut Vertrauen auf. Inhalte und Konzepte erstellen: Meine Lieblingsphase! Ich spreche mit Pädagoginnen, Ehrenamtlichen und gärtnerisch tätigen und wälze Bücher, um Inhalte und Ideen zu sammeln. Die ersten Anfragen werden von mir entgegengenommen und terminiert. Ich erstelle individuelle Konzepte und passendes Material für die Gruppen und ihre Themenwünsche. Ich verfasse Quizze und Rallyes am PC, zeichne und male Vorlagen und Spiele und werde so richtig kreativ. Bildungsprojekte durchführen: Auf dem Acker, im Klassenzimmer und am Stand auf Aktionstagen stellen wir uns dem Publikum: den Kindern und Erwachsenen. Wir motivieren, erklären, aktivieren, bespaßen, grübeln und lachen. Für die Bodenanalyse wird eine Referentin gewonnen und die Ackerführungen finden großen Anklang. So eine Aktion ist aufregend und anstrengend aber sehr, sehr lohnend für alle Beteiligten. Auch Mitglieder können Mitmachaktionen wahrnehmen, so dass die Gemeinschaft der Genossenschaft gestärkt wird.
Das haben wir 2023 erreicht:
Vogelkunde und Bodenkunde auf dem Acker
Regelmäßige Acker-Führungen zur solidarischen Landwirtschaft
zwei Acker-Rallyes mit Kindergruppen
Schulbesuch in drei 3ten Klassen
Mitmach-Stand für Grund- und Mittelschule beim Nachhaltigkeitstag in Pullach
Ausstellung zur Agrarökologie auf dem Acker
Begleitung von Kinofilmen zum Thema solidarische Landwirtschaft
Mitarbeit beim Infoheft „Bürgerkraft und Solawi Isartal informieren“
Online-Info-Abende
2024 hat die SOLAWI Isartal bereits den Morgenkreis dreier Kindergartengruppen besucht und einen Theater-Abend initiiert.
weitere Führungen sind 2024 bereits geplant
Mitgliedergewinnung durch Bildungsarbeit und Sensibilität für nachhaltige Landwirtschaft
Ich selbst habe eine neue Leidenschaft für nachhaltige Landwirtschaft entwickelt und sehr viel über das Thema gelernt. Darüber hinaus konnte ich genau diese Begeisterung und das Staunen weitergeben. In dem Moment geht es mir um die Sache und das freut mich einfach.
Die SOLAWI Isartal etabliert sich neben ihrer Kerntätigkeit als Bildungsanbieter und kann nicht nur Wissen zur ökologischen Landwirtschaft vermitteln, sondern steckt weitere Menschen mit ihrer Begeisterung an. Das kann sie für Mitgliederwerbung und Spendenaufrufe nutzen. Auch die Gemeinschaft der solidarischen Landwirtschaft profitiert durch die partizipativen Projekte. Das Netzwerk der Genossenschaft erweitert sich und das Ansehen steigt.
Wie kann es weitergehen? Wir haben gesehen: es funktioniert und der Bedarf steigt. Die Anfragen trudeln ein und die Qualität des Angebots stimmt. Das geschaffene Material und die Konzepte müssen den ehrenamtlichen zur Verfügung gestellt werden. Die Organisation weiterer Projekte benötigt Zeit und Verbindlichkeit. Das alles kann nicht allein vom Ehrenamt getragen werden. Um die Arbeit weiter aufrecht zu erhalten müssen wir nun in die zweite Phase kommen. Um eine Stelle für den Bereich zu schaffen muss noch viel getan werden und weitere Förderungen sind nötig.
Schulen, Kindergärten und Kindergruppen können sich bei Anfragen gern an uns wenden. Sofern keine aktuelle Förderung vorliegt, freuen wir uns, wenn ein Budget vorhanden ist.
Wenn du die Bildungsarbeit der SOLAWI Isartal fördern möchtest, wende dich gern an oeko-bildung@solawi-isartal.de
Im Oktober besuchte unser Mitglied Eva Weigell, mit Unterstützung des Vereins Bürkerkraft Isartal, die dritten Klassen der Baierbrunner Grundschule. Im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche der Schule, kam sie als Referentin mit Spielen und Gemüse zum Erleben mit allen Sinnen.
Unsere ca. 30-minütige Schulstunde besteht aus:
Kennenlernen der Referent*in und der Kinder
Zuordnung von Gemüse und Obst zur jeweiligen Erntesaison im Sitzkreis
Gemeinsames Besprechen: Was fällt uns auf? Was heißt saisonal und regional? Warum ist es gut regional und saisonal einzukaufen und zu essen?
Schmecken: Gemüsesorten können verkostet werden und die Kinder schreiben zu jeder Sorte 3 Adjektive auf.
Fühlen: Gemüsesorten werden in einer Tüte erfühlt
Riechen: Kräuter in einer Riechdose werden erschnüffelt
nachhaltige Pausenbox: Die Kinder packen eine Pausenbox, wie sie ihnen schmeckt und lernen, Plakstikverpackungen zu vermeiden. Auf das Arbeitsblatt schreiben sie für die Eltern Ideen auf, was sie mitnehmen möchten.
Ergebnisse werden in der Klasse besprochen und als Dank gibt es eine Postkarte
Mit viel Spaß und direktem Erleben, führen wir so die Kinder an die Themen heran:
Saisonal und regional
nachhaltige Landwirtschaft
Gemüse und Obst
gesunde Ernährung
Verpackung vermeiden
Wenn Sie oder Ihre Schule Interesse an unserem Angebot haben, wenden Sie sich gern an:
Es gibt kein schlechtes Wetter, wenn man nur warm genug angezogen ist und sich im Zweifel vor dem Regen unterstellen kann. So war’s am Sonntagnachmittag, den 15.10.2023. Wer sich hinausgetraut hat, der hatte jedenfalls die Sonne im Herzen dabei und durch die Wetterlagen hindurch wurden Besucher*innen mit wunderschönen Momenten belohnt, wenn die Sonne die Gegend in warmes Licht tauchte.
Ella führte die ca. 35 Mitglieder über den Acker und berichtete über die verschiedenen Anbau-Methoden und Artenvielfalt-Projekte. Besonders die Pflege unseres Bodenlebens und der Humusaufbau haben bei der SOLAWI Isartal einen hohen Stellenwert. Ein Vorgehen, das sich offenbar auszahlt, wenn man so die großen Salatköpfe, Kohlsorten und Kohlrabi-Köpfe staunend betrachtet. Ein ausgeklügeltes Rotationssystem sorgt dafür, dass wir mit unserem Partner, der Schloßgärtnerei Weidenkam, die Erde wechselnd bearbeiten und Platz für Gründüngung haben. Sie sorgt u.a. für lockeren, nährstoffreichen Boden, glückliche Regenwürmer und ist Regen- und CO2-Speicher.
Dieter erklärte außerdem den Maschinenpark: Mäher, Kreisler, Heulage, Schwader, Düngestreuer, der als Sähmaschine eingesetzt wird, Fräse und Mulcher … und warum es trotzdem viel Handarbeit gibt.
Nach dem vielen Wissenstransfer, kamen alle zusammen, um im Ritual, das Gabi und Alfons anleiteten, in alle Himmelsrichtungen, dem Himmel und der Erde zu Danken. Beim Singen wippten einige sogar mit, was gegen kalte Füße half. Schließlich wurde auch den ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen gedankt, ohne die ein solches Projekt gar nicht zu stemmen wäre. Für den Einsatz gab es Honig von der Degerndorfer Imkerei Franziska Carstens. Ihre Honig-Produkte konnten auch verkostet und gekauft werden. Außerdem wurde der erste und einzige Apfel, der auf unserer Schäftlarner Streuobstwiese herrlich gewachsen ist, obwohl die Bäumchen eigentlich noch zu klein zum Tragen sind, geteilt. Die ersten Stücke bekamen die Evas – er möge uns Glück und Fruchtbarkeit für’s nächste Jahr bringen.
Beim Regenschauer trafen sich schließlich alle am Buffet im Zelt, die Agrar-Ökologie-Ausstellung konnte betrachtet werden und Sonnenblumensamen in Tütchen gepult.
Als die Sonne nochmal hervorspitzte war es für die meisten Zeit wieder heim, ins Warme zu fahren.
Danke, dass ihr dabei wart, um die Dankbarkeit für die Fülle des vergangenen Jahres zu teilen und gemeinsam das Erntedankfest zu feiern!
In der letzten Ferienwoche haben wir besonders auch die Familien eingeladen bei der Ernte zu helfen. Dran waren die Karotten und Kürbisse. In 2 Stunden waren 4 Erwachsene und 5 Kinder Erntehelfer. „Viele Hände, rasches Ende!“, so Jan, unser Gärtner.
Die Karotten haben mit ihren verschlungenen Formen für Begeisterung gesorgt und die Kinder waren stolz, wenn sie ein besonders dickes Exemplar aus der Erde zogen. Außerdem haben wir bunte Raupen – vermutlich vom Schwalbenschwanz-Schmetterling – gefunden und in einzelnen Rettungsaktionen zu anderen Karottenpflanzen gebracht.
Die Kürbisernte war direkt eine Schatzsuche. Die verschiedenen Sorten (Butternut, Hokaido, Sweet Dumpling und Reste vom Rondini) verstecken sich unter dem dichten Blätterdach. So staksen wir durch das Grün und finden alle paar Schritte einen Kürbis. Die bleiben auf dem Acker zu Sortenhaufen sortiert zum trocknen.
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