18.01.2024, 19:30 Uhr: SOLAWI Isartal Wirtshausgespräch zum Kennenlernen

Ende Januar geht es los mit der neuen Gemüsekisten-Saison 2024. Die letzte Chance sich zu Informieren, Köpfe der SOLAWI kennenzulernen und noch ein Kisten-Abo zu ergattern hast du am:

Donnerstag 18. Januar 2024 um 19:30 Uhr
im Brückenwirt in Percha (Bergstraße 7)

Warum es sich lohnt, 2024 zur SOLAWI Isartal zu kommen

Schneemassen. Überschwemmungen. Traktordemo. Die Aufnahme neuer Ernte-Teiler bei der SOLAWI Isartal fällt in eine Zeit, in der nicht nur der Klimawandel mit Starkwetterereignissen in der Landwirtschaft zu spüren ist. Auch politische Proteste der Landwirtinnen und Landwirte in der jüngsten Aktionswoche machen deutlich, dass eine Agrarwende notwendig ist, um die Agrarbranche zu stabilisieren. Mit der Entscheidung für regionales, saisonales und ökologisch regenerativ erzeugtes Obst und Gemüse z.B. aus einer solidarischen Landwirtschaft, handeln Verbraucher*innen sozial-politisch verantwortlich.

Richtig (und) gut Essen

Du hast viel gehört, aber weißt noch nicht, ob die SOLAWI Isartal etwas für dich ist? Was heißt überhaupt Solidarische Landwirtschaft? Auf was kommt es an, bei regenerativem Anbau? Was bringt dir saisonales und regionales Gemüse? Und was ist die Agrarwende?

Was ist eine Solidarische Landwirtschaft?

Bring deine Fragen mit: Was macht die SOLAWI Isartal? Wer ist hier engagiert? Welche Ziele verfolgt die SOLAWI Isartal? Wie und was kann ich mitmachen? Wie bekomme ich eine Gemüsekiste?

Komm zum gemütlichen Wirtshausgespräch, bei dem sich die SOLAWI Isartal vorstellt und deine Fragen beantwortet. Wir freuen uns, dich kennenzulernen!

Landwirtschaft zwischen Klimasünderin und Klimaschützerin

Landwirtschaft als Klimatreiberin und Klimabetroffene – das beschäftigt die Medien in Zeiten des rasanten Klimawandels zunehmend. So berichteten diese zwei Beiträge in der Süddeutschen Zeitung wie sich die Bauern der Region auf Wetterextreme einstellen und teilweise versuchen ihnen vorzubeugen:
(1) 18. August 23 – Anpassen an die Extreme
(2) 02.September 23, Feldforschung am Klimawandel

Im Folgenden sollen die Inhalte zusammengefasst werden und die SOLAWI Isartal zeigt eine Übersicht auf, was sie für Klimaschonenden Anbau betreibt, der auch zur Prävention von Starkwetter-Ereignissen geeignet ist.

Warum ist die Landwirtschaft sowohl Klima-Treiberin, als auch eine der am stärksten Betroffenen?

Der vergangene Juli gilt global als heißester Monat seit Beginn der Messungen. Auf Hitzewellen folgten Starkregen, Stürme und Hagel prasselte auf Ackerböden „Damit könnte diese Periode einen Vorgeschmack auf die Folgen der Erderwärmung geben, denn für die Zukunft rechnen Klimaforscher mit einer Zunahme an Starkwetterereignissen. Die Landwirtschaft ist in diese Veränderungen doppelt involviert: Einerseits werden vor allem in der Viehhaltung und Düngung Methan und Kohlenstoffdioxid ausgestoßen, etwa sieben Prozent der CO₂ -Emissionen gehen in Deutschland auf die Landwirtschaft zurück. Andererseits sind die Betriebe auch unmittelbar von Wetterextremen betroffen, die die Erträge bedrohen.“ (1)

Wie stellen Ackerbauern sich auf Starkwetterereignisse ein?

„Das Wetter können die Landwirte nicht kontrollieren, wie sie auf ihren Feldern arbeiten jedoch schon. Dabei geht es einerseits darum, sich auf die veränderten Bedingungen einzustellen und den eigenen Ertrag zu sichern. Andererseits kann eine nachhaltige Landwirtschaft auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“ (2) Den Ackerbau vor Hagel- und Regenschäden zu schützen ist nicht einfach. Viele Ackerbauern stellen hier auf Grünland um, da der Ertrag durch Abmähen und Viehwirtschaft mehrmals im Jahr eingeholt werden kann, während ein „verhageltes“ Gemüse die Ernte des ganzen Jahres bedroht. Zudem werden bestimmte Fruchtfolgen eingehalten, Trockenheits-unempfindliche Pflanzen eingesetzt und sogenannte Legumiosen angebaut, die in einer Symbiose mit bestimmten Bakterien Stickstoff im Boden binden. „Seit dem Artenschutz-Volksbegehren werde der Anbau von mehr als fünf verschiedenen Früchten auf einem Feld von der Regierung gefördert„. (2) „Eine vorbeugende Maßnahme, um Äcker vor Starkregen zu schützen, gibt es [dem Landwirt] Fichtner zufolge noch nicht. Derzeit ließe sich Saatgut über Zuchtverfahren unempfindlicher gegenüber Trockenheit und Pilzen designen, aber Kulturen, die Starkregen und Hagel abkönnen, „dahin führt noch kein Weg.“ Die einzige Möglichkeit zur Prävention besteht für Fichtner darin, dass Versicherungen durch den Klimawandel verursachte Schäden abdecken.“ (1)

Nun ist klar: solche Versicherungen werden immer teurer und können gerade für kleinere Betriebe unbezahlbar werden, je größer die Schäden sind, die zunehmenden Wetterextreme auf dem Acker anrichten. Anstatt dann aber nach staatlichen Hilfen zu rufen, bieten sich nicht nur andere Anbaumethoden an, die die Schäden z.B. durch Starkregen verringern können.

Wie schützt die SOLAWI Isartal das Klima?

In dem vorgenannten SZ-Artikel kommt auch die Aufsichtsrätin der Gemüse-Genossenschaft Solawi Isartal eG, Ella von der Haide, zu Wort. Sie beschreibt, wie eine „langfristige Prävention“ aussehen könnte und verweist auf die Praxis der Genossenschaft auf ihrem Acker bei Münsing. Wie im Bio-Landbau üblich, wird großer Wert auf die Förderung des Bodenlebens und die Erhöhung des Humusanteils in der Erde gelegt. Dies führt u.a. dazu, dass der Boden mehr Wasser für Trockenperioden aufnehmen und speichern kann als im konventionellen Anbau. Zudem werden auf dem Acker Kulturen gepflanzt, die mit ihren Wurzeln den Boden tiefer durchstoßen und ihn so durchlässiger machen. Weiter hilft der praktizierte Gemüseanbau in Dammkulturen dabei, die Folgen von Starkregen abzumildern. Die Gemüsesorten werden auf den Spitzen von 30 cm hohen Dämmen angebaut. Bei großen Niederschlagsmengen verschlammt das Wasser die Dämme nicht so stark, die Damm-Spitzen bleiben weitgehend verschont.

Durch die Damkultur stehen die Pflanzen nach Starkregen nicht im Wasser. Bildrechte: Walter Kunert

Aber auch unter einem anderen Aspekt ist die Solawi Isartal eG interessant. Die Idee der „Solidarischen Landwirtschaft“ beruht darauf, dass das Risiko von Missernten zB durch den Klimawandel nicht der Produzent allein trägt. Es wird auf viele Schultern verteilt, wenn eine Genossenschaft dahintersteht, deren Mitglieder die Ernte unter sich aufteilen, egal wie gut oder schlecht sie ausfällt. Die „Gemeinschaft von Produzenten und Konsumenten“ trägt das Risiko gemeinsam. Die Solawi hat sich deshalb bewusst gegen den Abschluss solcher Versicherungen entschieden.

Regional und Saisonal aus Klimaschutzgründen

Regionale Frischware hat beim Verbraucher oft einen Bonus, doch sie steht auch mit dem Weltmarkt in Konkurrenz. Dabei ist es wichtig, dass Verbraucher wieder lernen, regional und saisonal einzukaufen und zu kochen. „Schließlich verringern kürzere Transportwege auch die Emissionen. Die Landwirte selbst wollen ebenfalls vermehrt regional vermarkten, Anna-Maria Stürzer träumt von einem eigenen Hofverkauf. Die Umsetzung gestalte sich jedoch schwierig, sowohl rechtlich als auch praktisch. Die [Landwirtin] ist überzeugt davon, dass wir uns in Deutschland selbst versorgen könnten. Deshalb sei es auch so unverständlich, gerade in Anbetracht der Klimakrise, so sehr auf Import und Export zu setzen.“ (2)
Von politischer Seite besteht Nachholbedarf. Die Förderungen müssen umgebaut werden, damit die richtigen Praktiken zum Schutz der Natur, des Bodens und damit auch des Klimas überhaupt angestrebt werden. Vor allem große Betriebe haben Probleme, sich auf einen diverseren Anbau umzustellen, deshalb ist das Überleben von kleinen Betrieben enorm wichtig.

Text: Eva Weigell und Hans-Werner Thürk, Auszüge aus den genannten Artikeln

Peter: Vorstand und Gründungsmitglied

Name: Peter Tilmann

Bei der SOLAWI Isartal seit: … 2020, also bereits als die Idee zur SOLAWI noch eine Utopie war.

Beschreibe kurz deine Aufgabe(n) bei der SOLAWI.

Als Gründungsmitglied, „geschäftsführender“ Vorstand und Teil des Leitungskreises habe ich sehr viele Prozesse angestoßen, begleitet und gemeinsam im Leitungskreis und auch den anderen Arbeitskreisen  durchgeführt.  Sei es am Anfang die Gründung der Genossenschaft, die Entwicklung unserer Visionen, die Erarbeitung unserer Konzepte, die Einrichtung unserer Homepage und der Nextcloud oder die Klärung von Unstimmigkeiten und Spannungen in den  Teams unserer Arbeitskreise. Wenn auf dem Acker Entscheidungen getroffen werden, über Personalfragen, Ansaat bis zur Ackerpacht… Bei mir laufen viele Fäden zusammen und Prozesse stapeln sich auf meinem Schreibtisch… Von dort verteile ich sie, wenn möglich dann weiter.

Welches Projekt packst du aktuell bei der SOLAWI an?

Gerade bereiten wir wichtige Schritte für 2024 vor. Die Anbauplanung beginnt gerade. Die Online-Mitgliederbefragung ist in der Fertigstellung. Die ABCert-Prüfung steht  an. Nächstes Jahr soll die SOLAWI besser wachsen, als dieses Jahr. Entsprechend wollen alle Prozesse skaliert werden.  Die nächsten Veranstaltungen , wie unsere Kinovorführung und Online-Vorträge kommen näher.

Welche Eigenschaften/Fähigkeiten/Hintergründe helfen Dir dabei besonders?

Gerne arbeite ich mich relativ furchtlos und neugierig in neue Themenbereiche ein. Meistens schaffe ich es gut auch in stressigen Situationen ruhig und gelassen zu bleiben. Da habe ich durch meine Arbeit als Heilpraktiker und Psychologe schon einen großen Lernraum im Umgang mit Menschen und Gelassenheit. 

Was hat dich zur SOLAWI gebracht?

Der Zufall wollte es, dass wir in der Bürgerkraft Isartal e.V. , deren Vorstand ich war und noch bin (der Posten ist zu vergeben und besser zu besetzen) die Idee hatten, uns mit der Idee SOLAWI zu beschäftigen. Und dann kam eins zum Anderen…

Deine SOLAWI-Vision in 3 Jahren? / Was wünscht du dir von – bzw. für – die SOLAWI?

In drei Jahren erreicht die SOLAWI Isartal eG ihre geplante Größe von ca. 500 Haushalten.  Sie nährt und ernährt uns Solawisti mit Gemüse und mehr und gibt uns auch die Möglichkeit das Konzept des gemeinsamen Wirtschaftens zum Nutzen der Menschen und unserer Natur weiter zu verbessern und und weiter zu verbreiten. Immer mehr können wir uns ein menschliches und natürliches Biotop schaffen, in dem es uns als Individuen gut geht und wir gemeinsam eine Kultur der Dankbarkeit und Zufriedenheit schaffen.  In den nächsten Monaten übernimmt die Verantwortung für den Vorstand der Genossenschaft jemand neues. Nach drei Jahren Aufbauarbeit in der ersten Reihe würde ich gerne mehr im Hintergrund weiter mitarbeiten. Ich wünsche mir, dass zukünftig jedes Dorf, jede Kommune seine eigenen SOLAWI hat und so dezentral, ökologisch und regenerativ die Ernährung der Bewohner*innen im Sinne der „commons“ , der „Gemeingüter“ gemeinsam gewährleistet.

Persönlicheres

Machst du sonst (noch) etwas beruflich?

In meiner Praxis für Naturheilkunde und Psychotherapie betreue ich als Heilpraktiker Patient*innen bei körperlichen und psychischen Beschwerden. Einige meiner Hauptthemen dabei sind  innere Stabilität und Resilienzaufbau. Einen Tag/Woche arbeite ich als psychologischer Fachdienst in einer Mutter-Kind-Einrichtung. Außerdem betreue ich einige Klienten im betreuten Einzelwohnen in München (für TEWIN).

Interessen/Hobbies?

Interessen habe ich viele. Gerne verbringe ich Zeit mit meiner Frau Estelle, Aufsichtsratmitglied und Gründungsmitglied (momentan ist da viel SOLAWI als gemeinsames „Hobby“) und der Familie. Da ich aber neben der Tätigkeit in der SOLAWI in meiner Freizeit auch als Gemeinderat in Baierbrunn in der GRÜNEN Fraktion sitze (als Konsequenz meines Jahre langen kommunalpolitischen Engagements für die Energiewende und Klimaschutz), komme ich momentan sehr wenig zu anderen Dingen, wie Wandern, Naturerleben oder Musik . Täglich  übe ich 25 min. für meinen inneren Ausgleich und als Bewegungsmeditation Tai Chi (seit vielen Jahren) . Die Fahrten in die Praxis  absolviere ich normalerweise mit dem Fahrrad (Ebike). So habe ich meine tägliche Bewegung an der frischen Luft.

Was ist dein Lieblingsgemüse und/oder dein persönlicher Kistenküchentipp?

Gerne esse ich mich durch die Vielfalt unseres Ackers im saisonalen Jahresverlauf. Dabei freue ich mich besonders über die Rondinis, die ich vor dreißig Jahren bei meinem Zivildienst auf Schloss  Weidenkam erstmals als kleinen Kürbis kennengelernt habe.

Dein Lese-/Musik- oder Ausflugstipp für Solawisti?

Mein Sach-Buchtipp (Anfangs ein wenig zäh, aber später gut im Abgang):
Jascha Rohr, Die große Kokreation
„Eine Werkstatt für Alle, die nicht mehr untergehen wollen“

Mein Ausflugstipp:
Eine  Wanderung an der Isar entlang von Baierbrunn bis Icking oder Wolfratshausen.  Das ist Natur pur im naturbelassenen Auwald.

Du willst noch mehr von uns kennenlernen? Hier geht’s zu den Personen-Vorstellungen.

Die Guten ins Kistchen. Einblick ins Kistenpacken.

Wie kommt das Gemüse in die grüne Kiste?

Heute schauen wir hinter die Kulissen zu unserem fleißigen Gärtner- & Pack-Team! Das frisch geerntete Gemüse wird hier wöchentlich in unserer Packstation durch die Gärtner gewaschen. Anschließend übernehmen die freiwilligen Helfer*innen und das Gemüse wird gewogen und auf die Kisten verteilt. Diese gelangen dann an unsere 8 Abholstationen, wo sie auf die hungigen Solawisti warten.

Wöchentlich werden momentan 160 Kisten gepackt und 2024 sollen es 200 werden. Jede und jeder ist herzlich eingeladen, sich zu engagieren. Für jeden Packtermin werden 5 Helfer*’innen für 2-3 Stunden benötigt. Es macht viel Spaß und der Bezug zum Gemüse wird ein ganz anderer. Probier’s aus und komm mit zum Kistenpacken. Wir freuen uns auf dich!

Es ist herrlich, mittwochs aus dem Vollen zu schöpfen und die Ernte zu teilen. Das frische Gemüse ist ein so toller Anblick, eine lustige Gruppe und gelebte Solidarität.

Kistenpackerin

Vogelkunde auf dem SOLAWI Isartal Acker

Ackerführung zusammen mit dem Vogelexperten Manfred Siering (BUND Naturschutz, Grünwald)

Auf dem SOLAWI Isartal-Acker wird nicht nur Gemüse produziert, sondern durch unterschiedliche Maßnahmen die Artenvielfalt von Vögeln, Insekten, Würmern und Mikroben gefördert. Der weithin bekannte Ornithologe und engagierte Naturschützer Manfred Siering gab uns am Samstag, 28.10.2023 einen Einblick in die Bedeutung regenerativer Landwirtschaft für die Vogelwelt.

Rund 40 Besucher tummelten sich auf dem sonnigen Acker mit bestem Blick auf die Alpen. Nicht sofort erspäht man die scheuen Vögel, doch wer Augen und Ohren offen hält und sich auf die Umgebung einlässt, sieht und hört es plötzlich auffliegen, zwitschern, rufen, spähen, gleiten… Der Vogelkundler Manfred Siering führte über das Feld, ließ die Besucher durch sein Fernrohr spähen und erzählte anschaulich und abwechslungsreich über die Vogelwelt, ihre Herkunft, ihre Beobachtung, über die Zusammenhänge mit der umgebenden Fauna und Flora und kannte jedes Kraut und jedes Mäuschen mit Vor- und Nachnamen.

Und tatsächlich schwirrten die Goldammern in Schwärmen über unsere Köpfe, der Mäusebussard umkreiste uns, die Bachstelze eilte im schnellen Bogenflug Richtung iberischer Halbinsel und der Turmfalke spie sein Gewölle auf der Sitzstange aus und flog dann scheinbar erleichtert zur nächsten Jagd. Nur der Rotmilan, der sonst unsere Felder überfliegt, ließ sich diesmal nicht blicken.

Was die Vögel am Acker der SOLAWI Isartal schätzen ist das reiche Speiseangebot. So picken sie Körner aus den Blumen und naschen an Kräutern, finden ein reiches Buffet an Insekten und Würmern und jagen spektakulär nach den Wühlmäusen, die unsere Rüben anknabbern. In Hecken und Bäumen, die das Feld säumen, finden sie bald auch ausreichend Nistplätze und Verstecke. Auch die Steinhaufen der Lesesteine dienen als Wohnraum für Eidechsen und andere Amphibien. So soll auf dem Acker ein ökologisches Gleichgewicht entstehen. Wir profitieren davon, da wir keine Pestizide einsetzen müssen, um trotzdem eine gute Ernte ohne Knabberstellen einfahren zu können. Na und schöner, ist es auf einem lebendigen Acker sowieso.

Text: Eva-Maria Weigell

Die SOLAWI Isartal Schulstunde

Im Oktober besuchte unser Mitglied Eva Weigell, mit Unterstützung des Vereins Bürkerkraft Isartal, die dritten Klassen der Baierbrunner Grundschule. Im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche der Schule, kam sie als Referentin mit Spielen und Gemüse zum Erleben mit allen Sinnen.

Unsere ca. 30-minütige Schulstunde besteht aus:

  • Kennenlernen der Referent*in und der Kinder
  • Zuordnung von Gemüse und Obst zur jeweiligen Erntesaison im Sitzkreis
  • Gemeinsames Besprechen: Was fällt uns auf? Was heißt saisonal und regional? Warum ist es gut regional und saisonal einzukaufen und zu essen?
  • Schmecken: Gemüsesorten können verkostet werden und die Kinder schreiben zu jeder Sorte 3 Adjektive auf.
  • Fühlen: Gemüsesorten werden in einer Tüte erfühlt
  • Riechen: Kräuter in einer Riechdose werden erschnüffelt
  • nachhaltige Pausenbox: Die Kinder packen eine Pausenbox, wie sie ihnen schmeckt und lernen, Plakstikverpackungen zu vermeiden. Auf das Arbeitsblatt schreiben sie für die Eltern Ideen auf, was sie mitnehmen möchten.
  • Ergebnisse werden in der Klasse besprochen und als Dank gibt es eine Postkarte

Mit viel Spaß und direktem Erleben, führen wir so die Kinder an die Themen heran:

  • Saisonal und regional
  • nachhaltige Landwirtschaft
  • Gemüse und Obst
  • gesunde Ernährung
  • Verpackung vermeiden

Wenn Sie oder Ihre Schule Interesse an unserem Angebot haben, wenden Sie sich gern an:

oeko-bildung@solawi-isartal.de

Erntedankfest: Sonniges Gemüt bei allen Wetterlagen

Es gibt kein schlechtes Wetter, wenn man nur warm genug angezogen ist und sich im Zweifel vor dem Regen unterstellen kann. So war’s am Sonntagnachmittag, den 15.10.2023. Wer sich hinausgetraut hat, der hatte jedenfalls die Sonne im Herzen dabei und durch die Wetterlagen hindurch wurden Besucher*innen mit wunderschönen Momenten belohnt, wenn die Sonne die Gegend in warmes Licht tauchte.

Ella führte die ca. 35 Mitglieder über den Acker und berichtete über die verschiedenen Anbau-Methoden und Artenvielfalt-Projekte. Besonders die Pflege unseres Bodenlebens und der Humusaufbau haben bei der SOLAWI Isartal einen hohen Stellenwert. Ein Vorgehen, das sich offenbar auszahlt, wenn man so die großen Salatköpfe, Kohlsorten und Kohlrabi-Köpfe staunend betrachtet. Ein ausgeklügeltes Rotationssystem sorgt dafür, dass wir mit unserem Partner, der Schloßgärtnerei Weidenkam, die Erde wechselnd bearbeiten und Platz für Gründüngung haben. Sie sorgt u.a. für lockeren, nährstoffreichen Boden, glückliche Regenwürmer und ist Regen- und CO2-Speicher.

Dieter erklärte außerdem den Maschinenpark: Mäher, Kreisler, Heulage, Schwader, Düngestreuer, der als Sähmaschine eingesetzt wird, Fräse und Mulcher … und warum es trotzdem viel Handarbeit gibt.

Nach dem vielen Wissenstransfer, kamen alle zusammen, um im Ritual, das Gabi und Alfons anleiteten, in alle Himmelsrichtungen, dem Himmel und der Erde zu Danken. Beim Singen wippten einige sogar mit, was gegen kalte Füße half. Schließlich wurde auch den ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen gedankt, ohne die ein solches Projekt gar nicht zu stemmen wäre. Für den Einsatz gab es Honig von der Degerndorfer Imkerei Franziska Carstens. Ihre Honig-Produkte konnten auch verkostet und gekauft werden. Außerdem wurde der erste und einzige Apfel, der auf unserer Schäftlarner Streuobstwiese herrlich gewachsen ist, obwohl die Bäumchen eigentlich noch zu klein zum Tragen sind, geteilt. Die ersten Stücke bekamen die Evas – er möge uns Glück und Fruchtbarkeit für’s nächste Jahr bringen.

Beim Regenschauer trafen sich schließlich alle am Buffet im Zelt, die Agrar-Ökologie-Ausstellung konnte betrachtet werden und Sonnenblumensamen in Tütchen gepult.

Als die Sonne nochmal hervorspitzte war es für die meisten Zeit wieder heim, ins Warme zu fahren.

Danke, dass ihr dabei wart, um die Dankbarkeit für die Fülle des vergangenen Jahres zu teilen und gemeinsam das Erntedankfest zu feiern!

Programm

UhrzeitProgrammpunkt
14:00 UhrAnkommen und Begrüßung
14: 30 UhrAckerführungen
Apfel-Honig-Stand
Ausstellung „Agrarökologie“
15:30 UhrGemeinsames Innehalten, Musik und
Danksagung an die Erde und die Helfer*innen
16:30 UhrBüffet ist eröffnet!
Für alkoholfreie Getränke ist gegen Unkostenbeitrag gesorgt.
Feuerschale
Sonnenblumenernte für Kinder