15.06.2024, ab 13 Uhr: Nantesbucher Tischgesellschaft

von der Stiftung Kunst und Natur zur „Nantesbucher Tischgesellschaft“ am 15.06.2024 eingeladen zu sein. Wir repräsentieren das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft und stellen den regenerativen Anbau, Artenvielfalt-Projekte und Bildungsansätze vor.

Zwei Tage rund um die Welt des Essens und ihre Verbindung zu gesunden Böden. Im und um das Lange Haus der Stiftung Kunst und Natur in Nantesbuch darf genascht und ausprobiert werden. Es erwarten Sie Vorträge, Gespräche, Theater, Musik und Kulinarik-Podcasts zum Motto „vom Acker zur Gabel“. Da darf die SOLAWI Isartal nicht fehlen.

Wir sind schon sehr gespannt auf das inspirierende Setting und werden berichten!

Weitere Infos und Tickets auf der Webseite der Stiftung Kunst und Natur.

Spielt mit beim großen SOLAWI-Spiel und lasst euch inspirieren! Offener Brief eines Genossenschafts-Mitglieds

Hallo Solawisti!

Ich bin Dieter, von Anfang an – seitdem wir den Acker bei Degerndorf gepachtet haben – aktives ehrenamtliches Mitglied in der Ackergruppe. Ich habe in den 70gern Agrarwissenschaften in Weihenstephan studiert, in den 80gern einen Bio-Bauernhof in Niederbayern bewirtschaftet und seit den 90gern mich anderweitig beruflich orientiert. Fast mein ganzes Leben hatte ich einen eigenen Gemüsegarten für den Eigenbedarf. Jetzt, als Rentner, finde ich große Freude, mich dem genossenschaftlichen Gemüsebau mit sehr angenehmen Mitarbeitern auf einem Acker in einer der schönsten Gegenden Deutschlands zuzuwenden. Mein Hauptinteresse liegt in dem Erforschen der Möglichkeiten, wie wir auch im Gemüsebau die Bodenbiologie bestmöglich unterstützen können, um gesunde und hochwertige Pflanzen zu erhalten. Dazu habe ich mich in den letzten 2 Jahren weiter fortgebildet.

Die Solawi halte ich für eine sehr gute Konstruktion. Ich wünsche mir, daß noch mehr Mitglieder das Potential unseres gemeinsamen Projektes erkennen und nutzen.
Deshalb möchte ich hier ein kurzes Plädoyer für unsere SOLAWI halten:

Was machen wir?

Wir produzieren in Eigenregie regionales, frisches, gesundes, vielfältiges Bio-Gemüse direkt vor Ort für unseren eigenen Bedarf. Das ist wertvoll für uns und für die Natur.

Wir leisten einen Beitrag zur ökologischen Neuorientierung in der Gesellschaft.

Wir versuchen uns von der kapitalistischen Produktionsweise (Konkurrenzprinzip, Gewinnmaximierung um jeden Preis) und der industriellen Nahrungsmittelproduktion abzukoppeln und menschlichere und naturnahe Wege zu erforschen, indem wir eine Solidargemeinschaft gegründet und einen Eigenanbau begonnen haben.

Wir kooperieren mit einer wunderschönen Demeter-Gärtnerei (Weidenkam), durch welche wir vielfältige Unterstützung und hochwertiges Gewächshaus-Gemüse bekommen können.

Aber unsere SOLAWI hat noch mehr zu bieten:

Schritt für Schritt gestalten wir ein Stück Land hin zu einem wertvollen multidiversen Biotop.
Ein Stück Land, das zu einem großen blühenden Garten werden kann, an dem sich jede(r) von uns erfreuen kann, bei dem jede(r) sich entsprechend seiner Wünsche und Fähigkeiten einbringen und mitgestalten kann. Und das Wichtigste dabei: Alles geschieht freiwillig.
Hier können Bildungsprogramme angeboten werden, hier können Kinder spielerisch erfahren, wie ihre Nahrung angebaut wird, hier können Menschen sich ohne Leistungsdruck an den Arbeiten mit der Erde und den Pflanzen beteiligen, hier können sich Menschen mit ähnlichen Interessen (z.B. Freude an der Natur, gesunde Ernährung, Lebensfreude etc) treffen, sich austauschen, zusammen feiern. Vielleicht ist noch viel mehr möglich. Es ist unser Acker. Wir können ihn gestalten, wie wir wollen. Unserer Kreativität sollten keine Grenzen gesetzt sein.
Z.B. könnt ihr zur Bereicherung und Verschönerung des Platzes gerne Ideen, euer Engagement oder auch einen finanziellen Beitrag (am Geld fehlt es leider oft) einbringen. Z.B. hat ja jemand vielleicht Lust, ein schönes Eingangstor zu gestalten? Oder vielleicht findet jemand einen Namen für unseren Acker-Garten? Vielleicht möchte jemand eine besondere Kultur auf einem Extra-Beet anbauen (wie gerade unser Tomaten-Experiment)? Vielleicht hat jemand Lust, bei der Instandhaltung und Wartung unserer Maschinen und Geräte mitzubasteln? Vielleicht möchte jemand eine Solaranlage auf das Hüttendach montieren, ein Staudenbeet anlegen oder eine Pergola installieren? Vielleicht möchte jemand sommerliche Grillabende oder Musik-Events organisieren…

Und ganz nebenbei: Unkrauthacken und -jäten und beim Pflanzen und Ernten mithelfen wird natürlich immer hoch geschätzt und mit Extra-Gemüse belohnt!

Leute, laßt euch von den vorhandenen Möglichkeiten inspirieren, spielt mit beim großen SOLAWI-Spiel! Die SOLAWI braucht euch!

Mit herzlichen Grüßen
Dieter von der Ackergruppe

Anm. des Vorstands: Umsetzung der eingebrachten Ideen sind abhängig von Vorgaben und unseren Möglichkeiten, wie baurechtlichen Vorgaben, ökologischen Standards und anderem.

Gemeinsam geht’s uns besser. Genossenschaftliches Gärtnern für gesellschaftlichen Zusammenhalt und kollektive Gesundheitsvorsorge.

Der gesellschaftliche Zusammenhalt und die Finanzierung der Pflege macht unserer Gesellschaft derzeit große Sorgen. Die Gemeinschaft der SOLAWI Isartal eG zeigt ganz praktisch wie das „gute Leben für Alle“ funktionieren kann, indem sie die Ernährungs- und Agrarwende neu denkt. Das Projekt macht Gesundheitsfürsorge für alle zugänglich.

Warum werden wir immer früher Pflegebedürftig?

Dass immer mehr Menschen länger und früher pflegebedürftig werden, hat mehrere Gründe. Eine der Ursachen liegt darin, dass in unserer Gesellschaft die gesundheitliche Vorsorge eine untergeordnete Rolle spielt. In der Schule gibt es kein Fach das Ernährungsbildung heißt und auch im Berufsleben sind acht Stunden am Bildschirm, oder monotone Handgriffe auszuführen keine Seltenheit.

Kochsendungen werden massenhaft konsumiert, doch in der eigenen Küche fehlt oft das Wissen, wie man mit Lebensmitteln umgeht, das Bio-Gemüse und Bewegungs-Kurse erscheinen den Verbrauchern zu teuer. Doch Bewegung und Ernährung entscheiden darüber, wann eine Person pflegebedürftig wird. Würden die Menschen in Deutschland im Schnitt auch nur ein Jahr später pflegebedürftig, machte das gesellschaftlich bereits einen großen Unterschied.

Gesund und Fit durch Gemüse und Gemeinschaft der SOLAWI

Als Antwort auf fehlende Bewegung und Ernährungsbildung erweckt die SOLAWI Isartal eG die alte Flächenkathegorie der „Dorf-Allmende“ wieder zum Leben. Ihr Acker ist ein „Ort des guten Lebens“ und der Regeneration. Sowohl die heimatliche Landschaft soll von der Ausbeutung durch konventionelle Landwirtschaft genesen, auch die Menschen sollen sich von einem stressigen Alltag und der Vereinzelung erholen. Die Solidarische Landwirtschaft ist gelebte Gesundheitsvorsorge.

Auf dem Acker in Münsing können sich die Mitglieder jederzeit (!) eine Auszeit gönnen, sich beim Pflanzen, Jäten, Mulchen und Ernten körperlich betätigen oder den Ort mit Blick auf die Berge einfach genießen und durchschnaufen.

Der ressourcenreiche Acker beschenkt die Genossinnen bisher mit reicher Ernte und ist nicht umsonst bei der lokalen Bevölkerung als „Reichental“ bekannt. Das Gemüse, das über eine wöchentliche Kiste bezogen werden kann, ist durch den bio-regenerativen Anbau gesund, denn ein „gesunder Boden schenkt uns gesundes Gemüse“. Eine rege Rezepte-Gruppe bringt mit viel Spaß neue Gerichte und Hintergrundinfos zum saisonalen Grün. Auch auf den ländlichen Festen spielt die Kulinarik eine große Rolle. Wissenswertes wird außerdem auf Ackerführungen weitergegeben.

Wir stärken gesellschaftlichen Zusammenhalt

Die genossenschaftlich organisierte Gärtnerei stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch ihr Tun und Teilen. Die gemeinschaftlichen Entscheidungsstrukturen und auch die praktische Arbeit wird kollektiv organisiert und die Ernte geteilt. Solidarität, eine Fähigkeit die wir als Antwort auf die multiplen Krisen unserer Zeit gut gebrauchen können, wird hier erlebbar. Von den 300 Mitgliedern sind ca. 35 ehrenamtlich aktiv und gestalten das Unternehmen tatkräftig mit. Die Genossenschaft produziert nicht nur Bio-Gemüse sondern verwaltet die Grundstücke (2,7 ha Acker in Münsing und 0,2 ha in Ebenhausen). Beide Flächen werden Stück für Stück regeneriert, artenreicher gemacht und der Boden wird aufgebaut.

Um die Idee weiter wachsen zu lassen nimmt die SOLAWI neue Mitglieder auf und vergibt wieder Ernteanteile in Form wöchentlicher Bio-Gemüsekisten. Sie freuen sich über Interessentinnen, die die Ernte teilen und ehrenamtlich aktiv werden wollen, doch auch „stilles“ Fördern der amibionierten Arbeit ist möglich.
Von Wolfratshausen und Geretsried aus ist es ein Katzensprung nach Münsing wo der Acker genossen werden kann. Gerne einfach vorbeikommen und uns ansprechen oder eine Email an mitmachen@solawi-isartal.de schicken.

Am 8. Juni um 15.00 gibt es eine Ackerführung, auf der genau erklärt wird wir die SOLAWI funktioniert und was angepflanzt wird. Einfach vorbeikommen oder sich über die Homepage anmelden.

Die wilde Tomate. Das Experiment-Tagebuch

Freilandtomaten vom Acker, ganz ohne Gewächshaus? Ja wo gibt’s denn sowas?!

Willkommen beim saftigsten Abenteuer, seit es Tomaten gibt. Die Sortenvielfalt bei ist unheimlich groß. Und ja, es gibt Sorten, die gelten als robust und wenig anfällig für z.B. Braunfäule. In einer privaten Initiative von Cristina wagen wir den Versuch und entlassen Tomatenpflänzchen in die „freie Wildbahn“.

Ziel des Versuchs ist noch nicht die wöchentlichen Kisten mit Tomaten zu füllen. Wir werden zunächst sehen, welche Tomaten sich für den Ackerbau eignen. Die erntereifen Tomaten dürfen die Erntehelfenden, unsere Gärtner und nicht zuletzt unsere interessierten Besucher*innen naschen. Ganz nebenbei hoffen wir, dass die Tomatensorten und die Geschmacksvielfalt euch mit Begeisterung anstecken.

Verfolgt mit uns den Fortschritt und unsere Erfahrungen mit den Tomatenpflänzchen vom Samen bis zum Genuss.


Juni 2024: Schnecken, Regen und endlich Sommer

Zum 05. Juni haben wir bereits 9 Tomatenpflanzen ausgetauscht. Die Schnecken waren unbarmherzig, aber wir geben nicht auf.

Einige der Pflänzchen sind allerdings auch sehr gut angewachsen und sehen stark und robust aus. Wir freuen uns auf das weitere Gedeihen.

Gibt es Mitglieder, die Tomatenstangen, Bambus- oder Haselruten zur Verfügung stellen können?

Ein Seitenblick auf unser zweites Experiment: die willden Chilis, Paprikas und Physalis. Hier sieht die Schneckenplage nach den Regengüssen ähnlich aus, außerdem vertragen die Pflanzen wesentlich weniger die Kälte, der sie nach der Aufzucht im Gewächshaus ausgesetzt sind.

Mai 2024: Achtung! Wilde Tomaten!

Am 14.05. haben Cristina und Eva 21 Tomaten auf den Acker gepflanzt. Sie haben ihren Platz auf den Erdwällen um das Zelt herum gefunden.

Die Ackererde wurde hier bereits gedüngt bzw. kann nachgedüngt werden. Auf der Westseite ist es etwas windgeschützter. Hier stehen 10 Philamina-Tomaten (Open Source Saat). Dafür bekommen die Pflanzen im Osten bereits die Morgensonne. Hier haben Goldita, die Johannesbeer-Tomate und der „Black Prince“ (eigentlich keine wilde Tomate, sondern eine Fleischtomate, aber mal sehen, wie sie sich macht) ihren Platz gefunden.

Mit jeweils einem Steinkreis kenntlich gemacht und der Warnung (vor den wilden Tomaten) versehen, hoffen wir, dass keiner aus Versehen darüber stolpert.

Noch sind die Pflänzchen klein. Bald brauchen die Paradiesäpfel aber Stäbe zum klettern.

Anfangs werden die Tomaten noch gegossen, bis die Wurzeln richtig anwachsen. Dann werden die Tomaten nicht mehr verwöhnt, damit ihre Wurzeln sich das Wasser in tieferen Erdschichten suchen und so robust gegen Trockenheit werden. Nun beginnt allerdings auch der Kampf gegen die Schnecken. Drei der Philamina wurden bereits komplett aufgefressen. Cristina hat sie bereits ersetzt. Wir werfen weiter ein Auge drauf!

April 2024: Babypflanzen

Die Pflänzchen bilden weitere Blättchen. Es schaut gut aus!

Weniger angenehm der Wintereinbruch. Nach den sommerlichen Tagen im März schneit es tagelang! Die Tomaten ziehen um ins Wohnzimmer. Dabei fällt Cristina eine Trage mit Babypflanzen aus der Hand und die Sorten kommen durcheinander! Ein Albtraum für alle Hobbyzüchter. Cristina kommt sich vor wie eine Raben-Tomaten-Mama… Nicht so tragisch. Wenn sie groß sind, wissen wir wieder, welche Sorte es ist.

März 2024: die Sorten

Die Samen werden in die gute Anzuchterde gepflanzt. Jetzt heißt es warten. Und schon sprießen sie. Die gewählten Sorten sind:

  • Philamina
  • Golden Currant
  • Johannesbeertomate
  • Marina
  • evtl. noch eine Buschtomate…

Dress Code: Erdig

Frühlingsfest auf dem Acker: Gemeinsames Pflanzen, gutes Essen und herzliche Gemeinschaft

Inmitten sanft geschwungener Hügel und unter einem strahlend blauen Himmel versammelte sich die Gemeinschaft der SOLAWI Isartal am Samstag, 11. Mai 2024, zum Frühlingsfest. Ein Fest, das nicht nur den Beginn einer neuen Saison markierte, sondern auch die Verbundenheit untereinander und mit der Natur feierte.

Beim gemeinsamen Pflanzen am Vormittag wurden voller Vorfreude und Liebe zur gemeinsamen Sache Lauch- und Mais-Pflänzchen in den Acker gebracht. Eine weitere Helfergruppe mulchte den Bereich daneben, um das Pflanzen der Kürbisse vorzubereiten. Außerdem haben wir dieses Jahr ein Experimentier-Feld, auf dem Paprika, Chilis und Physalis gedeihen sollen. Normalerweise wachsen diese Früchte im Gewächshaus, wir werden sehen, wie sie sich auf dem Acker machen. Jeder Handgriff war getragen von Gemeinschaftssinn und dem Wunsch, sich aktiv am Entstehen der Ernte zu beteiligen. Gut organisiert von Daniel und mit den vielen tatkräftigen Händen ging die Zeit wie im Fluge vorbei.

Die, die schon Vormittags so fleißig waren, bestanden darauf, dass das Buffet bereits zu Festbeginn eröffnet wurde. Eine Fülle von Köstlichkeiten breitete sich aus, von selbstgemachten Snacks bis hin zu frisch gebackenem Quiches und Kuchen. Für Getränke war gesorgt. Jeder hatte etwas mitgebracht, und gemeinsam genoss man die Früchte der Arbeit und der Solidarität.

Die Kinder erstellten Pflanzen-Steckbriefe, führen mit dem Kindertraktor, bemalten Steine und konnten sich mit Diabolo und Fußball kennenlernen und austoben. Gut kam auch an, dass sie sich Radieschen ziehen durften – meist zur Freude der Eltern, die sie dann genießen durften.

Bei der Acker-Führung war das Staunen über die vielen Gedanken und das Wissen unserer Gärtner über den regenerativen Gemüseanbau zu spüren. Bei der SOLAWI Isartal steht die Regeneration des Bodens und unseres kleinen Ökosystems im Vordergrund. Deswegen haben wir eine multidiverse Gründüngung, pflanzen Hecken und Bäume, arbeiten mit Zwischensaaten, Blühstreifen, Mulchen und füttern und pflegen unser Bodenleben genauso, wie unsere Pflanzen selbst. Viel Arbeit und Liebe zum Detail, die man spürt und schmeckt.

Und was wäre ein Frühlingsfest ohne ein Lagerfeuer? Am Nachmittag versammelte man sich um die lodernden Flammen, um gemeinsam Stockbrot zu backen und den Gemüsegeschichten von Elisabeth zu lauschen. Im entspannten, plaudernden Zusammensein fühlte man sich der Natur nach und der Gemeinschaft. Nicht nur das Feuer wärmte einen, sondern auch die Herzlichkeit und Verbundenheit, die diesen Tag zu etwas Besonderem machten.

So ging das Frühlingsfest auf dem Acker der Solidarischen Landwirtschaft zu Ende, erfüllt von Gelächter, guten Gesprächen und dem Gefühl der Zusammengehörigkeit. Ein Tag, der nicht nur den Beginn einer neuen Saison markierte, sondern auch die Kraft und Schönheit einer gemeinschaftlichen Vision erlebbar machte. Vielen Dank an alle Besucher*innen und alle, die Hand in Hand zum Gelingen des Festes beigetragen haben!

08. Juni 2024, 15 Uhr: VHS-Ackerführung „Nachhaltige, regenerative Landwirtschaft erleben auf dem Acker der SOLAWI Isartal“

Willkommen auf dem Acker!

Die Teilnehmer*innen erfahren, was ökologische Landwirtschaft mit Klimawandel, Arten- und Vogelschutz sowie nachhaltiger Ernährung zu tun hat. In Kooperation mit dem BUND Naturschutz wird erklärt, wie die SOLAWI mit verschiedenen Methoden die Artenvielfalt auf dem Acker vergrößert und gleichzeitig gesundes Gemüse erntet, Lebensmittel rettet und die Transportwege verkürzt.

Die genossenschaftlich geführte Bio-Gärtnerei arbeitet auf 2,7 ha Ackerfläche. 160 Haushalte zwischen Wolfratshausen und Solln werden wöchentlich mit regionalem Bio-Gemüse beliefert. Die Mitglieder der SOLAWI können auf dem Feld selbst mitarbeiten.
Kinder sind herzlich willkommen und dürfen auf eigene Faust Farben suchen, Steckbriefe zusammenstellen, den Kinderacker durchwühlen, Radieserl aus der Erde ziehen oder mit dem Kinder-Traktor fahren.

Teilnahmegebühr: 8 EUR, Kinder bis 15 Jahre frei.

Beweisstück Unterhose | Spurensuche nach Bodenleben

Sind die übergeschnappt? Vergraben Unterhosen auf dem Acker? Nein, wir veranstalten keinen Hokuspokus, sondern machen mit beim Citizen Science Projekt „Beweisstück Unterhose“. Mit dem Vergraben von Baumwollunterhosen, die bis Mitte Juni in der Erde bleiben, „messen“ wir die Aktivität unserer Bodenorganismen. Je zersetzter die Phasern, desto aktiver die Tierchen.

Mitten im letzten Wintergruß haben wir am 20.04. 2024 ein Fleckchen Sonne ausgenutzt, um mit eisigen Händen die Unterhosen im Acker verschwinden zu lassen. Seither weht ein Unterhosenfähnchen, um die Stelle zu markieren. Eine zweite Kinderunterhose ist im Kinderbeet verschwunden. Ein Regenwurm wollt es gleich genauer wissen und kam neugierig zum Tatort.

Warum machen wir mit beim Citizen Science Projekt?

Ohne die kleinen Wesen im Boden geht einfach nichts. Sie lockern den Boden und machen fruchtbaren Humus. Je aktiver die Tierchen, desto gesünder der Boden und desto gesünder und leckerer unser Gemüse.

Böden versorgen uns mit Nahrung, sauberem Wasser, schaffen ein angenehmes Klima und tragen wesentlich zur biologischen Vielfalt bei. Damit diese Leistungen erhalten bleiben, müssen die Böden besser bekannt sein. Als SOLAWI Isartal sehen wir auch einen Bildungsauftrag, in dem wir unsere Mitglieder und Interessierte über die ökologischen Zusammenhänge mit unserer Nahrungsmittelproduktion vertraut machen. Deswegen machen wir gern bei dieser witzigen Idee mit und veranschaulichen so, wie aktiv unsere Bodenhelden uns beim Anbau unterstützen.

Mehr Infos zum Projekt-Initiator hier.

Wie es weitergeht lest ihr hier ab Mitte Juni, wenn die Unterhosen ausgegraben werden!

Saisonstart 2024 der SOLAWI Isartal

Von Baumspenden, Kinderbeeten und emsigen Vorbereitungen. + Pflanztermine vormerken!

Das Frühlingserwachen ist deutlich zu spüren bei der SOLAWI Isartal. Bereits seit März wird der Acker emsig für die Pflanz-Saison vorbereitet. Hier ein Überblick, über das, was sich seither getan hat.

Bodenvorbereitung März und April

Die Grundbodenbearbeitungen sind seit April im vollen Gange. Mit dem kurzfristigen Einbruch des Sommers und Temperaturen von über 20 Grad Ende März waren die oberen Erdschichten ausreichend agetrocknet, so dass die Ackerflächen das erste Mal befahrbar und somit bearbeitbar, ohne Schäden wie Verdichtungen anzurichten. Die „Bodenpflege“ steht bei uns an erster Stelle, daher ist es uns besonders wichtig, so schonend wie möglich mit dem Boden umzugehen. Die trockene und warme Phase haben wir gut für die Beet-Vorbereitungen genutzt und die ersten Samen und Pflanzen sind im Boden. Lauchzwiebeln, Radieschen und diverse Kräuter sind dieses Jahr die Vorreiter auf dem Acker und werden, insofern das Wetter mitspielt, nach und nach mit einer bunten Vielfalt an leckerem und gesundem Gemüse ergänzt.

Die diesjährigen Anbauflächen waren für die dauerhafte Durchwurzelung über den Winter mit verschiedenen Gründüngungen eingesät. Erreichen will man damit, dass die Bodenorganismen eine Lebensgrundlage haben und über den Winter im Boden freigesetzte Nährstoffe wie Stickstoff durch die Gründüngungspflanzen gebunden werden. Bei dem jetzigen Einarbeiten des in unserem Fall Grünroggen werden diese Nährstoffe durch die Zersetzung des organischen Materials wieder frei und sind für unsere Gemüsepflanzen verfügbar. Gleichzeitig sind sie Futter für die im Boden vorkommenden Organismen wie Bakterien und Pilzmyzelien, die Helden unseres Ackers, die in ständiger Symbiose mit unseren Kulturpflanzen stehen und unter anderem Nährstoffe „austauschen“.

Neue Bäume!

Am 20. März 2024 rückte unser Obstbaum-Gärtner Oliver Braunhold mit kleinem Bagger an. Damit konnten  9 weitere Obstbäume gepflanzt werden:

  • 2 x Kirsche: Schubacks Frühe Schwarze, Lucienkirsche,
  • 1 x Ouillins Reneklode,
  • 1 x Birne Madame Verté,
  • 1 x Birne Herzogin Elsa, 
  • 1 x Hauszwetschge, 1 x Apfel Zabergäurenette
  • 1 x Kirsche Frühe Rote Meckenheimer

Einige der Sorten sind Wildformen und unterscheiden sich von der Kulturform. Die Blätter der Bäume dienen als Futter für viele Schmetterlingsarten. Das Herbstlaub schützt zudem den Boden vor Erosion und Frost und fördert als Mulch und Kompost die Humusbildung.

Dank an die noblen Spender*innen: Dieter, Elvy, Eva B., und Heidi! Dank an Ella für die Koordination und besonders an Dieter für die Initiative! 

Bild: Helmut
Bild: Eva

Hanami auf der Streuobstwiese

Wer noch einen Grund zum Feiern sucht, der wird im Frühling beim Hanami-Fest fündig. In Japan genießt man ein Picknick unter den blühenden Obstbäumen. Die kurze Blütezeit erinnert uns an die Vergänglichkeit des Lebens und, dass wir es genießen sollten.

Zugegeben, die Blütenpracht auf unserer Streuobstwiese in Schäftlarn muss man noch suchen und die Knospen auf dem Acker sind auch noch übersichtlich, aber Vorfreude ist die schönste Freude.

Erste Blüten auf dem Acker
Die Obstbäume auf der Streuobstwiese Ebenhausen-Schäftlarn wirken noch unscheinbar.

Neues „Ackerchen“

Im März hat eine Kindergruppe vom BUND Naturschutz und zwei Mitglieds-Kinder unseren Acker besucht und einen Kinder-Acker angelegt. Mehr zum Beet für Buddler und Experimentiererinnen gibt’s in diesem Bericht. (Bild: Eva W.)

Acker-Vorbereitung

Neuer Graben

Mit Hilfe eines kleinen Baggers und vielen Helfer*innen mit Schaufel und Spaten wurde im März um unser Zelt herum ein kleiner Graben realisiert. Der schützt den Boden im Zelt vor Überschwemmungen. (Bild Walter K.)

Neue Gründüngung

Das Kleegrasfeld wurde von den Mäusen etwas mitgenommen. Auf einem Teil des Feldes wurde daher mithilfe eines Vredo-Nachsaatgerätes Rotkleegras nachgesät. Die Maßnahme über den Maschinenring ist sinnvoll, damit ausreichend Mulchgras geerntet werden kann. Nun muss das Wetter sein übriges tun, damit die Saat gut aufgeht.

Zudem wurde ein Teil der Gründüngung bereits geerntet und kann bereits zu Heuballen gepresst werden. Diese Silage wird dann als Mulchmaterial verwendet.

Erste Radieserl sprießen

Hier muss man schon genau hinschauen. Aber die ersten angesäten Rasieserl schauen schon hervor. Hoffentlich wird’s ihnen die nächsten Tage nicht zu kalt.

So gut wie neu: die Bodenfräse

Die Bodenfräse ist runderneuert samt Messermontage. Danke an Bernhard und das gesamte Acker-Team, das das Reparaturprojekt so toll gepackt hat! (Bild: Walter K.)

Neue Pflanztermine im Mai

Für Mitglieder und interessierte bieten wir gemeinsame Pflanz-Tage an:

  • Frühlingsfest am 11.05.2024
  • Wilde Tomaten um den 15.05.2024
  • Pflanz in den Mai! Fruchtgemüse am 19.05.2024

Bitte informiert euch über die internen Signal-Gruppen!

Für Interessierte, die den Acker besuchen und mehr zur solidarischen Landwirtschaft erfahren möchten, haben wir öffentliche Acker-Führungen am

04.05.2024, 15 Uhr: Ackerführung zum Klimafrühling

Die Landkreise und Gemeinden des Oberlandes sind zum einen vom Klimawandel betroffen und müssen sich auf vielfältige Herausforderungen und Veränderungen einstellen. Mit dem Klimafrühling Oberland wollen sie mit sehr unterschiedlichen Veranstaltungen Engagement im Bereich Klimaschutz sichtbar machen.

Im Rahmen des Klimafrühling Oberland bieten wir eine Ackerführung zum regenerativen Gemüseanbau in unserer solidarischen Landwirtschaft an.

Die Teilnehmer*innen erfahren, was ökologische Landwirtschaft mit Klimawandel, Arten- und Vogelschutz sowie nachhaltiger Ernährung zu tun hat. Es wird erklärt, wie die SOLAWI mit verschiedenen Methoden die Artenvielfalt auf dem Acker vergrößert und gleichzeitig gesundes Gemüse erntet, Lebensmittel rettet und die Transportwege verkürzt.

Die genossenschaftlich geführte Bio-Gärtnerei arbeitet auf 2,7 ha Ackerfläche. 160 Haushalte zwischen Wolfratshausen und Solln werden wöchentlich mit regionalem Bio-Gemüse beliefert. Die Mitglieder der SOLAWI können auf dem Feld selbst mitarbeiten.
Kinder sind herzlich willkommen, beim Acker-Bingo Gemüse zu suchen.

Teilnahmegebühr: Es wird um freiwillige Förderbeträge gebeten.